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Schnittstelle zum Arzt

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Lich (con). Vor acht Jahren nahm das Gemeindeschwesternprojekt in Muschenheim seinen Anfang - nun kam mit Langsdorf das insgesamt fünfte Projekt dieser Art in Lich dazu. Sabine Köhler steht ab heute für Sprechstunden im evangelischen Gemeindehaus in Langsdorf und für Hausbesuche bereit. "Jetzt darf ich endlich das tun, für das ich meinen Beruf erlernt habe: Für sie und die Menschen in Langsdorf da sein", stellte sich die gelernte Arzthelferin am Donnerstag im evangelischen Gemeindehaus vor.

Als vor rund acht Jahren die Idee zum Gemeindeschwesternprojekt geboren wurde, hätte wohl keiner gedacht, wie erfolgreich das ganze werden würde. "Das Gemeindeschwesternprojekt ist etwas, das ganz spezifisch für Lich ist - so etwas gibt es sonst im Kreisgebiet nicht", berichtete der zukünftige Licher Bürgermeister Julien Neubert zum Start in Langsdorf, und: "Mittlerweile hat es auch bundesweit für Interesse gesorgt". Die Gemeindeschwestern sind wahre Kümmerer: Ob es um kleinere Sorgen und Nöte geht, Beratungsbedarf besteht oder auch mal ein Verband gewechselt werden muss - die Frauen sind für die meistens älteren Dorfbewohner da, aber auch jüngere suchen sie auf. Gemeinsam mit weiteren Dorfbewohnern und Partnern am Projekt konnte so ein soziales Miteinander und neue Formen der Gesundheitsversorgung geschaffen werden. Reimund Marx, Vorsitzender des Fördervereins hinter dem Projekt, stellt klar: "Die Gemeindeschwestern sind eine Schnittstelle zum Arzt - aber sie sind nicht für Notfälle da". Sie könnten zwar bei kleineren Problemen helfen, Hausbesuche machen, Blutdruck messen, eine Spritze geben oder einen Verband wechseln, aber für Behandlungen seien Ärzte zuständig. Aber die Schwester könne dabei helfen, den richtigen Ansprechpartner zu finden. Daneben können gemeinsam mit den Gemeindeschwestern auch Projekte, Vorträge oder anderes entwickelt werden, ganz gezielt auf den Ort abgestimmt. So ging auch die mittlerweile fest etablierte Demenzberatung in Lich aus dem Gemeindeschwesternprojekt hervor. Getragen wird das Projekt neben dem Förderverein Muschenheim auch von der Stadt Lich und der Familie Sauerborn. Was es in Langsdorf an besonderen Punkten und Projekten geben wird, kann natürlich noch nicht gesagt werden. "Jetzt sind die Langsdorfer gefragt: Sie müssen das Angebot annehmen", unterstreicht Marx. Sabine Köhler jedenfalls freut sich schon darauf, mit den Menschen ihres Heimatdorfes zusammenzuarbeiten. (Foto: con)

Die festen Sprechstunden der Langsdorfer Gemeindeschwester finden ab heute jeweils dienstags von 9 bis 11 Uhr im evangelischen Gemeindehaus statt.

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