Kantor Christof Becker setzt festliche Akzente. FOTO: USW
+
Kantor Christof Becker setzt festliche Akzente. FOTO: USW

Reger Besuch bei Orgelvesper in Marienstiftskirche

  • vonRedaktion
    schließen

Lich(usw). Die Orgelvesper in der Marienstiftskirche am Pfingstsamstag belebte und erbaute die Zuhörer gleichermaßen. Zwar hatte der geplante Solist und Speyrer Domorganist Markus Eichenlaub abgesagt, doch erwies sich das in keiner Weise als Nachteil. Marienstiftskantor Christof Becker machte das erste Kirchenkonzert seit Beginn der Corona-Krise zu einem glänzenden und höchst niveauvollen Konzertgenuss. "Nach so vielen Wochen ist das etwas ganz Besonderes", sagte Pfarrerin Barbara Lang in ihrer Begrüßung und freute sich über den regen Besuch, denn die wenigen Zuschauer belegten aufgrund der Begrenzungen die freien Plätze nahezu komplett.

Oliver Messiaens "Apparition de l’Eglise Eternelle (1932) bildete den Hauptteil des Konzerts und einen ersten Höhepunkt. Becker setzte die Bogenform des zehnminütigen Stücks von 1932 anschaulich um, das mit einem massiven Gestus gleichsam merkwürdig und dabei offenkundig genau kalkuliert anhebt und den Zuhörer in eine hochinteressante, aparte Klangwelt entführt - schreien da Menschen?

Joseph Jongens "Cantabile" op. 37 Nr. 1, der nächste Glanzpunkt, enthielt mit seinem zarten, fast lyrischen Auftakt und dem nachdenklichen, sanften Fluss wunderbare lyrische Klangelemente und ein schwebendes Geschehen ein, während sich eine fragile Spannung aufbaute.

Einen prächtigen Akzent setzte Becker mit Louis Viernes "Carillon de Westminster" aus "Pieces de Fantaisie". Kundig setzte Becker einen fulminanten Schlusspunkt und ließ die Orgel das Haus damit nachdrücklich bis in den letzten Winkel füllen.

Der Schlussapplaus erklang spontan, sehr lange und kräftig. Hier offenbarten sich erlebte Freude an der Musik sowie Wertschätzung eines wichtigen kulturellen Ereignisses nach langer Zeit.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare