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Protest

Protest gegen Logistikpark auf Langsdorfer Höhe bei Lich

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Gegner sammeln 500 Unterschriften gegen die Dimension eines geplanten Gewerbeparks auf der "Langsdorfer Höhe". Vor allem die maximale Gebäudehöhe von 20 Metern steht in der Kritik.

Lich - Die Planung der Investoren ist nicht aufgegangen: Bereits im zweiten Quartal 2019 wollte die Dietz Gruppe (Bensheim) auf der "Langsdorfer Höhe" loslegen, sollten die Arbeiten für einen Industrie- und Logistikpark mit gut 100 000 Quadratmeter Nutzfläche und 400 bis 700 Arbeitsplätzen beginnen. Wie im Osten der Stadt Lich aber zu sehen: Die Brachfläche liegt weiter brach.

Für Verzögerung hat eine Änderung des Bebauungsplans gesorgt, erforderlich wegen des nachträglich geplanten und auf Rechnung der Investoren gebauten Kreisels an der B 457. Im August endet die zweite Offenlage des B-Plans. So lange haben auch Anwohner Zeit, Bedenken vorzubringen. Wie sich jetzt zeigt, sind die massiv.

Elke Schöne-Neumann, Initiatorin des Protests, verweist auf rund 500 Unterschriften, die sie und ihre Mitstreiter gesammelt haben. "Das Gros in der Kernstadt, einige in den Stadtteilen", erzählt sie beim "Lokaltermin" gegenüber vom Edeka-Markt. Und versichert, dass es keineswegs um das Verhindern einer weiteren Gewerbeansiedlung am südöstlichen Stadtrand gehe. Der Protest richte sich vor allem gegen die Massivität der Gebäude, die bis zu 20 Meter in den Himmel über Lich ragen dürfen.

Schöne-Neumann spricht von einem "Monster", einer "erdrückenden Wirkung", sieht das Landschaftsbild immens beeinträchtigt. "Wer sich von Hungen kommend der Stadt nähert, wird vom idyllischen daliegenden Lich nichts mehr sehen können."

Als weiteres Argument führen die Logistikpark-Gegner die Lärmbelastung an: Rundum gebe es schließlich nicht nur Gewerbebetriebe, sondern auch Wohnhäuser. Die an- und abfahrenden Lkw - zumindest jene,. die von der A 45 kommen - würden überdies die Verkehrbelastung in der Innenstadt (Kolnhäuser/Gießener Straße) erhöhen.

Schöne-Neumann und Mitstreiter wollen ihre Bedenken im Zuge der Offenlage des B-Plans vorbringen, hoffen auf eine Änderung der Eckdaten. In erster Linie, was die bauliche Ausnutzung angeht.

Halle rund 140 mal 300 Meter groß

Streitpunkt ist da weniger die Grundflächenzahl von 0,8 (überbaubar sind also 80 Prozent der 21 Hektar). Auch nicht die in Industriegebieten übliche Baumassenzahl von zehn (in Kubikmetern gemessene Masse darf maximal das Zehnfache der von baulichen Anlagen überdeckten Fläche betragen). Zuvörderst nämlich richtet sich die Kritik gegen den Passus im B-Plan, der eine maximale Gebäudeoberkante von 20 Metern überm Fußboden des Erdgeschosses festlegt.

Mathias Wolf vom beauftragten Planungsbüro Holger Fischer bestätigt besagte Eckdaten. Allerdings enthalte die Höhenfestsetzung noch einen Puffer, heiße es doch vom Investor: "Wir kommen wahrscheinlich mit 14,50 Metern aus." Was den üblichen Maßen der Branche entspreche; anders als bei Hochregallagern wie dem jetzt in Wölfersheim geplanten mit 30 Metern. Zu bedenken gibt Wolf auch, dass der ursprüngliche Plan aus 2007/2008 eine Höhe von 25 Metern erlaubt habe und keinen Kreisel vorsah. Laut Hessen Mobil, so das Ergebnis einer GAZ- Anfrage, ist der im Grundsatz genehmigt.

Gegenüber der ersten Präsentation vom Herbst hat sich die Planung in einem wesentlichen Aspekt geändert: Statt fünf Hallen soll es jetzt nur eine mit einem "angedockten" Querbau sein. Klar: Um weiter auf gut 100 000 qm Nutzfläche zu kommen, wird der "Solitär" größer. Und wie: rund 140 Meter breit, 300 Meter lang.

"Schon sehr groß", meinte Wolf. Doch nicht mehr "gar so eindrücklich" wie zuvor. Zum einen, da man in der Hungener Straße jetzt nicht über die gesamte Strecke auf Fassaden schaue. Zudem passe das Gebäude recht gut in die Landschaft, werde der Betrachter "so gut wie gar nicht beeinträchtigt". Dies indem entlang der B 457 ebenso wie nördlich davon eine große Zahl hochwachsender Bäume gepflanzt würden. Mit dem Effekt einer "optischen Unterbrechung" der Fassaden.

Bleibt nun abzuwarten, ob das Stadtparlament den Wünschen der Unterzeichner folgt und zumindest die Gebäudehöhe reduziert. Abschließend sei noch daran erinnert, dass die Verwaltung mit der Dietz AG einen Optionsvertrag abgeschlossen hat. Heißt: Der Handel mit einem Kaufpreis von fünf Millionen Euro kommt erst zustande, wenn der Bebauungsplan genehmigt wird.

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