Bio oder billig?

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Lich(pm). Für die monatliche Talkrunde "Midde-in-de-Woch" findet die Veranstaltungs-AG im Eberstädter Dorf- und Kulturladen immer wieder interessante Gäste, die Position zu aktuellen Themen beziehen. Dieser Tage stellten sich die "Jungbauern" Philipp Fay (Obersteinberger Hof, Watzenborn-Steinberg) und Jonas Weisel (Lindenhof, Eberstadt) den Fragen von Moderatorin Silvia Blättel und des Auditoriums. Weisel hat Landwirtschaft zu Hause und auf dem Fay’schen Hof gelernt, der durch die Serie "Stadtkind trifft Landei" im HR-Fernsehen an Bekanntheitsgrad zugelegt hat. Beide Höfe arbeiten eng zusammen.

Ohne neue Medien geht es nicht

Der Obersteinberger Hof befindet sich aktuell auf der Zielgeraden der Umstellungsphase zur ökologischen Landwirtschaft. In wenigen Monaten wird er einer der 2250 hessischen Ökobetriebe sein, gut 13 Prozent sind es insgesamt, der Gesetzgeber wünscht sich deutlich mehr. Fay, der Agrarwissenschaften studiert hat, lässt die aktuelle Debatte um die Düngeverordnung und die Bauernproteste nicht unberührt. Er müsse aber sanft nachhelfen, weil der "Boden am Obersteinberger Hof so ist wie der Name es vermuten lässt: dünn und steinig."

Fay sieht sich als Bauer und als Unternehmer, der mit dem Familienbetrieb, in dem alle anpacken, eine Nische bedient und den Kontakt zum Konsumenten hält. So werden die Erzeugnisse aus eigener Schlachterei auch im eigenen Hofladen vertrieben.

Auch Jonas Weisel ist ein kreativer Jungbauer geworden. Auf dem - noch - konventionellen Nebenerwerbshof wird u. a. alle zwei Jahre das legendäre arbeitsintensive Eberstädter Maislabyrinth organisiert. Weisel berichtete im Zusammenhang mit dem Maislabyrinth davon, wie sich die Sätechnik im Laufe der Jahre verändert hat - im Sinne von "digitaler Landwirtschaft 4.0".

Beide Jungbauern wissen, dass ohne Kooperationen, Marketing und den Einsatz von neuen Medien ein mittelständischer und auch ein Nebenerwerbshof nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden können. Sie lassen sich darauf ein. Dass diese Veranstaltung einen Nerv der Zeit getroffen hatte, zeigte das Interesse der Besucher. Der Dorfladen-Verein hätte das Haus zweimal füllen können.

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