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Margret Büssers, Gerta Keil, Gisela Schmitz und Regine Gondolph (v. l.) nehmen Abschied vom Hausfrauenverein.

Nur der Kaffee-Stammtisch bleibt

  • VonMonika Jung
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Lich (moj). Zur letzten Jahreshauptversammlung kam nun der Licher Hausfrauenverein in der Gaststätte Schneider zusammen. Gisela Schmitz erläuterte in ihrem Bericht, dass zuletzt nur noch das Heringsessen, die Jahreshauptversammlung sowie drei Vorstandssitzungen stattgefunden hätten. Alle weiteren geplanten Termine mussten wegen der Coronapandemie abgesagt werden.

Das Aus kommt nach 69 Jahren

Den Kassenbericht übermittelte Margret Büssers. Zum Verein gehören 44 Mitglieder. Gisela Maier und Gerda Scharrer haben die Kasse geprüft. Es gab keine Beanstandungen, sodass Vorstand und Kassiererin Entlastung erteilt wurde. Die Restbeträge der Kasse werden, wie es Tradition des Hausfrauenvereins ist, zum Jahresende wohltätigen Licher Institutionen gespendet.

»Sie werden fehlen. Mit ihnen verlässt ein Verein die Licher Vereinslandschaft, dem viele alteingesessene Licherinnen angehörten, denen etwas an ihrer Heimatstadt gelegen war«: Mit diesen Worten übermittelte Florian Stein, Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr, das Bedauern seines Vereins zur angekündigten Auflösung des Hausfrauenvereins. Angesichts Überalterung der Mitglieder und wegen des fehlenden Nachwuchses war dieser Schritt unausweichlich.

Ein Blick in die Historie: 43 Mitglieder hatten den Hausfrauenverband Lich am 19. Juli 1952 gegründet. Der Hintergrund war, dass auch Frauen ein fröhliches Beisammensein ermöglicht werden sollte. Die erste Vorsitzende war Margarete Volz, es folgte Hannelore Bode, und ab 1955 führte Annemarie Kammer den Verband 38 Jahre. Ihr folgte von 1993 bis 1999 Tilly Hundeborn. Rosemarie Heinz hatte das Amt der ersten Vorsitzenden nur ein Jahr inne, sodass Tilly Hundeborn nochmals kandidierte und bis 2002 den Vorsitz erneut übernahm. Brigitte Springborn organisierte das 50-jährige Jubiläum als neue erste Vorsitzende ab 2002.

Nicht leicht gemacht hatte sich der Vorstand den Beschluss, aus dem Dachverband »Deutscher Hausfrauenbund« zum 1. Januar 2004 auszutreten. Seit Bestehen des »Historischen Marktes« 1984 waren die Hausfrauen mit ihrem sehr gut frequentierten Kuchenstand vertreten. Aus Altersgründen übergaben sie 2016 den Kuchenstand an die Landfrauen Bettenhausen, die ihn seitdem weiterführen.

Brigitte Springborn kandidierte 2014 nicht mehr, seitdem führte ein Dreiergremium den Verein. Da der Vorstand derzeit nur noch aus vier Damen besteht, die keine jüngeren Nachfolgerinnen fanden, wurde beschlossen, die Vereinstätigkeit zum 31. Dezember 2021 einzustellen. Lediglich der Kaffee-Stammtisch jeden dritten Donnerstag im »Wiener Café« bleibt als lockerer Treffpunkt bestehen.

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