Die Fillmore Brothers überzeugen im Kino Traumstern, das Publikum genießt ein hochwertiges Musikerlebnis. FOTO: USW
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Die Fillmore Brothers überzeugen im Kino Traumstern, das Publikum genießt ein hochwertiges Musikerlebnis. FOTO: USW

Nostalgie auf hohem Niveau

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Lich(usw). Nostalgie auf hohem Niveau erlebten die Besucher des Kino Traumstern am Donnerstag beim Konzert der Fillmore Brothers. Damit wollte sich Bandleader Helmut Fischer einen Traum erfüllen und zugleich die Zuhörer in die vergangenen Zeiten der Allman Brothers Band und ihres Livealbums "At Fillmore East" zurückführen. Die Besucher des vollen Hauses genossen ein hochwertiges Musik-erlebnis und eine wunderbare Stimmung.

Der Licher Keyboarder Fischer versammelte eine Crew erfahrener Musiker, um die geeigneten Traumbedingungen zu schaffen. Und Burkhard Mayer und Peter Tesarek (Gitarre), Moritz Weissinger und Johannes Langebach (Drums), Michel Schmied (Gesang) sowie Peter Herrmann (Bass) passten da hervorragend. Sämtliche Bandmitglieder sind erfahrene Bühnenprofis. Selbst Michel Schmied, der Jüngste im Bunde und Sohn des renommierten Rockers "Schmiedloaf" hat bereits reichlich Routine und passte von Stimmcharakter und Umsetzung hervorragend in die Gruppe.

Stattlicher Klangteppich

Fischer hatte eine echte Hammond-Orgel und einen Leslielautsprecher dabei. Zudem war mit zwei Schlagzeugern eine Grundbedingung des Vorbilds Allman Brothers Band erfüllt. Weissinger und Langebach glänzten denn auch durch exzellentes Zusammenspiel, entspannte Präzision und größten Einfallsreichtum. In der tadellosen Mischung Volker Seidlers kamen alle Klangpretiosen sehr gut zur Geltung, der brillante Schlagzeugklang gelang ihm besonders gut.

Los ging es mit einer gewohnt üppigen, aber charmanten Einführung von Helmut Fischer und einer hoch interessanten Anekdote aus dem Buch von Fillmore-Gründer Bill Graham und Robert Greenfield, "Bill Graham presents". Da wurden die Südstaatenrocker als ländlich geprägte Raubeine skizziert, die im richtigen Leben zuweilen aneckten.

Der Aufmacher war "Statesboro Blues". Gleich hier erwies sich Michel Schmied als genau richtiger Sänger. Er traf Ton und Duktus von Gregg Allman fast perfekt und fügte sich voll und ganz ein, man staunte erfreut, wieviel Seele er mitbrachte.

In "Trouble no more" verschmolz die Band zu einem stattlichen und ornamentreichen Klangteppich, der hauptsächlich von den Soli der beiden Gitarristen geprägt war, im Original durchaus auch mal langweilig. Letzteres vermied man konsequent, wenn auch Mayer und Tesarek ordentlich zu tun hatten. Tesarek übertraf Mayer dabei etwas als rockgeprägter Instrumentalist mit großem Einfallsreichtum, unüberhörbarer Routine und knapperer Ausdrucksweise.

Besonders gut harmonierten die Schlagzeuger, die beide sichtlich Freude am Tun hatten und einen zauberhaften Groove unter alles legten, der das ganze Kino in wohlige Bewegung versetzte. Auch ihre Soli boten Frische und Abwechslung, nichts wurde überstrapaziert - leider waren sie nur selten zu sehen.

Der Gesamteindruck war demzufolge authentisch nostalgisch und angenehm. Gefühl kam besonders beim Hit "Whipping Post" auf, als Schmied sich förmlich in echtes Leid hineinsteigerte - ganz prima, ergänzend ein einfallreiches Outro von Fischer, der dann mit waberndem Lesliesound ganz gemächlich in eine Fassung von "Whiter Shade of Pale" hinüberglitt, um dann bei "No Woman No Cry" geradezu wie Stevie Wonder am Instrument zu agieren.

Erwähnenswert ist auch die kreative Zusammenarbeit der Band, die sehr hörenswerte Übergänge und andere attraktive Elemente hervorbrachte.

Den emotionalen Schlusspunkt mit "Melissa" bestritt Fischer dann zusammen mit Sigrun Bepler, die er am Klavier begleitete. Völlig adäquat kam Schmied dazu, und es wurde ein sehr schöne Ballade. Schließlich folgte noch eine ausgiebige Ausklangphase, dann heftiger und anhaltender Beifall.

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