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Eine Vorentscheidung über den Abriss des Bahnviadukts im Teufelswiesenweg ist noch nicht gefallen.

Noch kein Beschluss zu Brückenabriss

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Lich (pm). Am Montag berichtete diese Zeitung über das Bahnviadukt am Rande Lichs. Der Text konnte den Eindruck erwecken, dass der Abriss des Bauwerks bereits beschlossene Sache sei. Dies ist nicht der Fall, stellt Bürgermeister Julien Neubert richtig. Die Entscheidung im Parlament stehe noch aus, zudem sei eine breite Information vonseiten der Stadt geplant.

Neubert schreibt, dass die Stadt der Verkehrssicherungspflicht für das alte Bahnviadukt nachkomme. Es wurde 2020 in den Fokus genommen, »da die augenscheinlichen Schäden an dem Bauwerk immer größer werden«.

Ganz grundsätzlich seien zunächst verwaltungsintern zwei Szenarien diskutiert worden: der Erhalt des Bauwerks oder der Abbruch. Beides sei aufgrund fachlicher Fragen nur in Zusammenarbeit mit der Denkmalbehörde möglich, sodass die Untere Denkmal- behörde beim Landkreis umgehend in die Beratungen eingebunden worden sei.

Im Zuge dieser Beratungen wurde die Stadt Lich aufgefordert, ein Gutachten zur Schadensaufnahme, zur möglichen Instandsetzung sowie zur statischen Untersuchung zu beauftragen, schreibt Neubert. »Den Gutachter gab die Denkmal-behörde vor.«

Das Gutachten vom 20. Oktober 2020 kommt zu dem Ergebnis, dass die Schäden auf der Nord-West-Seite derart intensiv sind, dass die Dauerhaftigkeit und Verkehrssicherheit beeinträchtigt sind. Zudem ergab sich, dass die ursprüngliche Konstruktion und die verwendeten Materialien mangelhaft waren. Zudem würde eine Sanierung, die mindestens 350 000 Euro kosten würde, nicht dafür sorgen, dass das Denkmal in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden konnte.

»Auf Grundlage dieses Gutachtens erteilte die Untere Denkmalbehörde in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege im November 2020 eine Abbruchgenehmigung für das Viadukt«, schreibt der Bürgermeister. »Eine endgültige Entscheidung seitens der Stadt Lich ist noch nicht gefallen. Das Thema wurde auch noch nicht in den städtischen Gremien beraten.«

Bislang seien zwar Abrisskosten in den Haushalt eingestellt, aber letztlich sollen die städtischen Gremien entscheiden, da es sich um ein nicht unbedeutendes Bauwerk handelt. »Die hierfür zu erfolgenden Beratungen und die Beschlussfassung sind für die erste Jahreshälfte geplant.«

Für ihn selbst spreche aufgrund der angespannten Haushaltslage sowie der Tatsache, dass das Bauwerk nicht mehr in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden könnte, vieles für einen Abriss. Als Licher ist sich der Bürgermeister im Klaren darüber, dass das Bauwerk durchaus einen hohen emotionalen Wert für viele Menschen hat. Dieser Wert lasse sich nicht mit dem Gehalt von Erzieherinnen aufwiegen. Allerdings müsse man sich wirklich fragen, ob eine Sanierung verhältnismäßig sei, »wenn man bedenkt, wie viele Kulturdenkmäler in Lich einer denkmalgerechten Er- und Unterhaltung seitens der Stadt bedürfen«.

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