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Nieder-Bessingen auf dem Weg zur Weltmeisterschaft

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Von: Patrick Dehnhardt

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Vor vier Jahren traten die Frauen bereits bei der Feuerwehr-WM in Frankreich an, nun haben sich auch die Herren für das Turnier qualifiziert. Beides sind deutsche Spitzenteams.

Hochkonzentriert sind die Feuerwehrfrauen und –männer aus Nieder-Bessingen, wenn die Worte erklingen: »Es erfolgt der Einsatzbefehl«. Seit Wochen trainieren sie für den Wettbewerb im Feuerwehrsport, CTIF, der am Samstag, 10. Juni, in Nieder-Bessingen ausgetragen wird. Und nicht nur das: Vom 9. bis 16. Juli starten zwei Nieder-Bessinger Teams bei der Feuerwehrweltmeisterschaft in Villach (Österreich).

Bei der letzten Weltmeisterschaft vor vier Jahren in Frankreich waren bereits die Nieder-Bessinger Frauen mit dabei und wurden Elfte. Diesmal reisen nun beide Teams zum internationalen Wettbewerb, nachdem sie sich bei der Deutschen Meisterschaft qualifizieren konnten – ein absoluter Höhepunkt in der zehnjährigen Geschichte der Wettkampfgruppe. Beide Teams zählen zu den deutschen Topp-Mannschaften, international kommt die Konkurrenz aus Österreich, Slowenien und Kroatien.

Das Mentale entscheidet

Zwei große Wettbewerbe in kurzer Zeit – da steht Extratraining auf dem Programm. Denn die Männer wollen bei der WM unter die besten 25, die Frauen in die Topten – insgesamt gehen 180 Teams an den Start. Seit Wochen wird darum am Nieder-Bessinger Feuerwehrhaus geübt, stehen neben dem Training der Wettkampfaufgaben auch Kondititions- und Koordinationsübungen auf dem Programm. »Sportlich sind wir auf dem besten Weg, entscheidend wird das Mentale sein«, erklärt Trainer Thorsten Vekens.

Zurzeit besteht die Wettkampfgruppe aus elf Frauen und 16 Männern. Hartmut Schäfer ist mit 60 Jahren der älteste Teilnehmer, Luisa Schmadel mit 17 Jahren ist erst vor Kurzem dazu gestoßen: »Ich wollte eigentlich nur mal gucken.« Doch aus dem Zuschauen wurde schnell mitmachen und nun lernt sie die verschiedenen Aufgaben im Team nach und nach kennen.

Weltrekord liegt bei 28,5 Sekunden

Der Wettbewerb besteht aus zwei Teilen, dem Löschangriff und den Staffellauf. Beim Löschangriff muss zunächst eine Saugleitung ordnungsgemäß zusammengekuppelt und in einen Bach als Wasserentnahmestelle gelegt werden. Während zwei Trupps die Schläuche kuppeln, ist der Angriffstrupp bereits losgestürmt, setzt den Verteiler und legt eine erste Leitung zum Brandobjekt hin. Sobald die Leitung zusammengekuppelt ist, gibt er den Befehl »Wasser marsch« – nun könnte das Löschen beginnen. Ein zweiter Trupp baut vom Verteiler aus eine Schlauchleitung auf. Erst wenn er mit dem Strahlrohr in der Hand ebenfalls vor dem Brandobjekt steht, ist die Übung beendet. Der offizielle Weltrekord liegt übrigens bei 28,5 Sekunden. Beim Staffellauf wartet ein Hindernislauf.

In Österreich sind die Feuerwehrgerätschaften minimal anders, die Saugschläuche etwa biegsamer, erklärt Vekens. Darum wollen die Männer vor dem eigentlichen Wettbewerb noch einmal bei der Landesmeisterschaft in Ober-Österreich starten, um sich mit dem Material vertraut zu machen. »Es sind Nuancen, aber bei den besten Teams ist das wichtig«, sagt der Trainer.

Samstag Deutschlandpokal

Am 10. Juni treten nun die besten Teams aus ganz Deutschland beim Deutschlandpokal auf dem Sportplatz in Nieder-Bessingen an. Ab 10 Uhr starten die Nieder-Bessinger Teams. (pad/Foto: pad)

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