Neuer Träger für »Arche«

  • vonKarl-Josef Graf
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Lich (kjg). In der konstituierenden Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Soziales, Digitales, Sport und Kultur (AWSDS) in Lich wurde Dennis Pucher (FDP) mit fünf Stimmen gegen die vier Stimmen von CDU, Freien Wählern und SPD zum Ausschussvorsitzenden gewählt. Vorab gab es ein kleines Wortgeplänkel, in dem Rainer Dern (FW) Pucher vorwarf, in der Kreistagssitzung vom Vortag die Koalition schlechtgeredet zu haben.

Er werde Pucher nicht wählen. Als erste stellvertretende Vorsitzende wurde Ulla Limberger gegen die Stimme von Rainer Dern und die Enthaltungen von CDU und SPD gewählt. Oliver Müller-Secci wurde zweiter Stellvertreter bei einer Gegenstimme und drei Enthaltungen. Zu Schriftführern wurden Bianka Heyer und Christiane Agel gewählt.

Hohe Belastung für Kirchengemeinde

Im Anschluss ging es um die Trägerschaft der Kindertageseinrichtung »Arche« in Langsdorf. Der bisherige Träger, die evangelische Kirchengemeinde Langsdorf, hatte durch Pfarrer Hans Peter Giess erklären lassen, dass die Kirchengemeinde den Vertrag für die Trägerschaft der Kita gerne vorzeitig auflösen möchte, erläuterte Bürgermeister Dr. Julien Neubert. Die Belastung sei für die Kirchengemeinde zu groß geworden. Nach Abschluss der Suche nach einem neuen Träger für die Einrichtung mittels eines Interessenbekundungsverfahrens hat sich der Magistrat für die Oberhessische Diakonie (OD) als neuen Träger entschieden. Die OD hatte ein entsprechendes Konzept vorgelegt und zugesagt, an die gute Arbeit in der »Arche« anzuknüpfen. Mitarbeiter sollten nicht entlassen werden. Der Kindergarten ist Eigentum der Stadt Lich.

OD-Vorstand Bernd Klein und dessen Stellvertreterin Dr. Susanne Egbert stellten das Konzept für die »Arche« vor. Die OD betreibe in Mittelhessen nicht nur Seniorenzentren und ambulante Dienste, sondern auch seit 50 Jahren acht Kindergärten in Laubach. Der OD sei es ein Bedürfnis ge-wesen, den Zuschlag für den Langsdorfer Kindergarten zu bekommen. Die Übergabe finde am 1. August statt, der Vertrag sei »unter Dach und Fach« und das Personal werde mit seinen Besitzständen komplett übernommen. Es werde sich für die Kinder, die Eltern und die Mitarbeiter nichts ändern, so Klein. Als Perspektive plane man, so wie in Laubach üblich, vom Catering (Apetito) wegzugehen. Auf Nachfrage von Magnus Schneider (BfL) bestätigte Egbert: »Ja, dann müssen wir einen Koch einstellen, und die Kinder werden sich am Kochen beteiligen.« Für die Kinder sei es eine Erfahrung, das Kochen mitzuerleben und etwas über Ernährung zu lernen. Klein bestätigte: »Wir kochen jeden Tag frisch. Das ist sinnvoll, gerade bei Ganztagsunterricht.«

Das 23-seitige Konzept bezeichnete Egbert als wachsenden Prozess, der sich immer wieder wandeln und anpassen werde. Es werde dem Erzieher-Team in Langsdorf nichts übergestülpt.

Auf Nachfrage von Katharina Winter (B90/Grüne) nach den im Vertrag aufgeführten Sachkosten antwortete Neubert, die Oberhessische Diakonie berechne Sachkosten und Reparaturleistungen an die Stadt, weil es einfacher sei, diese kleineren Dinge durch die OD erledigen zu lassen. Das mache man auch so bei den Lebenshilfe-Kindergärten in Eberstadt und Nieder-Bessingen. Kindergärten seien keine Goldgruben, sondern eher defizitär, sie seien eine kommunale Aufgabe. Es sei sehr wichtig, dass auch nach dem 1. August die bekannt gute Betreuung weitergehe, erläuterte Neubert. Dafür habe auch die Evangelische Kirchengemeinde Langsdorf plädiert. Dazu passe, dass die Erzieher alle in Langsdorf weiter arbeiten wollen. Der Ausschuss stimmte dem Beschlussvorschlag einstimmig zu.

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