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Neue Pfarrgemeinde besiegelt

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Lich (eml). Aus den beiden Pfarrgemeinden St. Paulus Lich und St. Andreas Hungen entstand die neue katholische Pfarrgemeinde St. Paulus und St. Andreas. In einem feierlichen Gottesdienst, den der Mainzer Generalvikar Dietmar Giebelmann am Sonntag zelebrierte, wurde die Verschmelzung besiegelt.

Sie ist bereits seit 1. Januar rechtlich wirksam. Der neuen Kirchengemeinde gehören knapp 5000 Katholiken an, in ihrem Gebiet gibt es 22 Ortschaften.

In seiner Predigt sagte Giebelmann, der Name der neuen Pfarrgemeinde leite sich aus den Patronen der beiden Kirchen in Hungen und in Lich ab und stehe für das Zeugnis des Glaubens und den Einsatz des Lebens im Martyrium der beiden Apostel. Die Zusammenlegung sei eine Antwort auf die sich verändernden Zeiten. Giebelmann: »Wir wenden uns den Menschen zu. Gehen hinaus und erzählen den Menschen von der Zuwendung Gottes.« Die Katholische Kirche sei eine weltweite Gemeinschaft des Glaubens ohne Grenzen und Abgrenzungen.

Optimistisch in die Zukunft

Während des Gottesdienstes, den der Generalvikar mit Pfarrer Dr. Bernhard Falck, Dekan Ulrich Neff und Diakon Hans-Peter Schucker feierte, verlas und übergab Giebelmann die Urkunde über die Aufhebung der beiden alten und die Errichtung der neuen Gemeinde St. Paulus und St. Andreas. Neff und Gemeindereferentin Andrea Schwade bekamen die Ernennungsurkunden ihrer neuen Gemeinde, neue Kirchenbücher wurden gesegnet und eingeführt. Generalvikar Giebelmann wünschte der neuen Kirchengemeinde, dass sich ihre Tauf- und Kommunion- als auch Heiratsbücher schnell füllen.

Anlässlich des Empfangs im Anschluss an den Gottesdienst erinnerte Neff an die Anfänge, die kleine Kirche in Hungen (1913), das Missionshaus in der Licher Heinrich-Neeb-Straße (1913), die Erweiterung der Hungener Kirche und den Neubau der St.-Paulus-Kirche. Die Zusammenarbeit habe bereits 2005 begonnen, sei manchmal mühsam gewesen, und habe nun zum neuen Zusammenschluss geführt. Er rief dazu auf, die Zeichen der Zeit zu verstehen und optimistisch in die Zukunft zu blicken.

Lichs Bürgermeister Bernd Klein beglückwünschte die neue Pfarrgemeinde und wünschte ihr Gottes Segen. Was hier geschafften worden sei, sei beispielhaft und nachahmenswert für die bürgerlichen Gemeinden. Statt auf Althergebrachtem zu ver-harren, habe man Strukturen verändert und neue geschaffen. Die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Ina Gessner lud die Gemeindemitglieder ein, sich einzubringen und zu engagieren. Der Neuanfang sei eine Chance, aus der Erstarrung des Heutigen zu Neuem zu gelangen, sagte sie.

Der frühere Licher Pfarrer Falck meldete sich zu Wort: »Es juckt mich, auch etwas zu sagen.« Er erläuterte, der Licher Ortsteil Langsdorf sei das Verbindungsglied zwischen Lich und Hungen. Im 13. Jahrhundert seien mit den Langsdorfer Verträgen zwischen Sophie von Brabant und dem Mainzer Erzbischof Werner von Eppstein in dem Ort die Grundlagen für die Entstehung des heutigen Landes Hessen geschaffen worden.

Dekanatsreferentin Anke Schwalbenhofer stellte die Kirchenpatrone vor. Paulus, der Prediger, sei viel gereist und habe das Evangelium verbreitet. Hingegen stehe Andreas für Beständigkeit, habe das Leben von Jesus begleitet und sei viel mit ihm zusammen gewesen.

Gottesdienst und Empfang wurden musikalisch gestaltet durch den Kirchenchor unter der Leitung von Ingrid Gardlowski-Wach, die »Last 5 Minutes« mit Astrid Platen und Regionalkantor Ralf Stieber an der Orgel.

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