Nachwuchsautoren voller Ideen

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Es ist jedes Mal ein magischer Moment für die Sieger des Jugendliteraturpreises der Ovag: Das Buch ist fertig, die "Gesammelten Werke" mit prämierten Kurzgeschichten, die, wie es Ovag-Vorstand Rainer Schwarz ausdrückte, das "Säurebad" des viertägigen Lektorats-Workshops in Bad Kissingen durchlaufen haben. An jedem Satz, an jedem Wort wurde gefeilt. Das Ergebnis kann sich nicht nur sehen, sondern auch hören lassen. Drei der jungen Autoren lasen jüngst bei der Buchpräsentation ihre Geschichten vor. Starke Geschichten, die unter die Haut gehen oder auch für Schmunzeln sorgen.

Es ist jedes Mal ein magischer Moment für die Sieger des Jugendliteraturpreises der Ovag: Das Buch ist fertig, die "Gesammelten Werke" mit prämierten Kurzgeschichten, die, wie es Ovag-Vorstand Rainer Schwarz ausdrückte, das "Säurebad" des viertägigen Lektorats-Workshops in Bad Kissingen durchlaufen haben. An jedem Satz, an jedem Wort wurde gefeilt. Das Ergebnis kann sich nicht nur sehen, sondern auch hören lassen. Drei der jungen Autoren lasen jüngst bei der Buchpräsentation ihre Geschichten vor. Starke Geschichten, die unter die Haut gehen oder auch für Schmunzeln sorgen.

Auch der Kreis Gießen ist unter den 24 Preisträgern vertreten: Patrizia Krug aus Hungen belegte den ersten Platz, weitere Prämierte aus dem Gießener Land sind Laura Nold, Mascha Seip, Joachim Ströde und Lina Thiede. Jüngst nun lasen sie ihre Texte in der Gesamtschule Hungen und in der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Lich vor.

Erzählen als Antrieb

Zeitsteine, mit deren Hilfe das Leben verlängert werden kann. Fluch oder Segen? Aber vor allem: In welchem Winkel der Erde kann man diesen magischen Gegenstand wohl erwerben? Dass wir überhaupt über Zeitsteine nachdenken, ist der 19 Jahre alten Patrizia Krug aus Hungen zu verdanken, die sich die Zeitsteine ausgedacht und einen Text darüber geschrieben hat.

Ihr Erfindungsreichtum, ihre Fähigkeit mit Wörtern zu jonglieren und ein gutes Gefühl für die Sprache hatte die Jury in ihrer Begründung hervorgehoben. Ähnlich lobende Worte erhielt Laura Nold aus Grünberg. "Heimweg" heißt die nicht weniger phantasievolle Geschichte der 22 Jahre alten Studentin. Dabei führt sie den Erzähler durch eine winterliche Landschaft, in der er einen Chor seltsamer Stimmen vernimmt, hin in eine wundersame Hütte, in der er auf einen Alten und einen Jungen trifft und sich mit der Frage konfrontiert sieht: Teufel oder Engel?

Wesentlich lakonischer, aber umso eindrücklicher die Kurzgeschichte des erst 15 Jahre alten Achim Ströde aus Heuchelheim, der in Gießen das Landgraf-Ludwigs-Gymnasium besucht. Er gibt einem Sonderling eine Stimme, der wiederum über seinen Freund "Jürgen" erzählt, über das tägliche Zusammentreffen, über Spaziergänge und kleine Abenteuer. Ohne den Hauch von Voyeurismus und die Versuchung ein Urteil zu treffen, gelingt ihm auf wenigen Seiten die Skizzierung eines Außenseiters.

200 Jugendliche hatten sich im vergangenen Sommer an der 15. Auflage des Wettbewerbs beteiligt. Nach Lektorat und Buchveröffentlichung folgt nun die Lesetournee, die jungen Autoren besuchen dabei knapp 40 Schulen im Landkreis Gießen, in der Wetterau und dem Vogelsberg.

Die Fernsehmoderatorin, Journalistin und Buchautorin Bärbel Schäfer weiß, was es heißt, eine unfertige Geschichte in der Schublade liegen zu haben – auch wenn die unter Autoren berühmt-berüchtigte "Schublade" heute in Gestalt einer E-Mail-Datei daherkommt. "Schlafende Texte" seien das, sie warteten auf ihre Bearbeitung, während der Autor zuweilen "Angst vor der eigenen Phantasie" habe. "Der erste Satz ist der Beginn einer Reise, der letzte bringt mich nach Hause", sagte Schäfer.

Autorenluft geschnuppert

Doch zuvor müssten Selbstzweifel überwunden, müssten Absätze und ganze Kapitel immer wieder neu geschrieben werden. Übung macht eben immer noch den Meister. "Sie haben jetzt erstmals Autorenluft geschnuppert. Genießen Sie den Fahrtwind, lassen Sie sich heute Abend feiern, aber bleiben Sie dran", sagte Schäfer den Nachwuchskräften.

Das Buch "Gesammelte Werke" mit den 23 Siegertexten des Jugendliteraturpreises der Ovag ist für 12 Euro erhältlich. Bereits jetzt kann man sich für die 16. Auflage des Wettbewerbs anmelden. Info gibt’s unter www.ovag-gruppe.de (unter den Menüpunkten "Engagement" und "Schule & Jugend").

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