Menschen aus Seenot gerettet

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Lich(rcl). Die Seenotrettung im Mittelmeer stand im Zentrum eines Vortrags, zu welchem nun das Licher Forum für Völkerverständigung einlud. Vorsitzender Stefan Groh gab zunächst einen Überblick über die Arbeit des Forums im vergangenen Jahr.

Die Gießener Krankenschwester und Seenotretterin Vera Bonica verdeutlichte ihre Enttäuschung und Wut über die vielen Todesopfer auf See. Sicher würde es weniger Tote gegeben, wenn nicht seit Jahren politisch Verantwortliche die Verantwortung hin- und herschieben würden. Statt nur zu reden, beschloss sie im vergangenen Sommer zu handeln: Sie heuerte auf einem Schiff an, welches sich bemühte, Flüchtlinge auf dem Meer zu retten.

Nachdem Bonica alle behördlichen Vorgaben erledigt hatte und ihre Freunde die hohen Selbstkosten spendeten, ging es nach Palma de Mallorca und dort auf das Schiff "Alan Kurdi", das zum Auslaufen bereitstand.

Eindrücklich berichtete sie, wie sie und eine Kollegin in der Frühe bei einer Wache ein Schlauchboot entdeckten. Sofort gaben sie Alarm. Eine dramatische Rettungsaktion begann. In dem Boot befanden sich Flüchtlinge aus Kamerun, der Elfenbeinküste, dem Kongo, Mali und aus Ghana. Eine hochschwangere Frau und einige Kleinkinder, von denen eines hohes Fieber hatte, wurden an Bord der "Alan Kurdi" gebracht. Zwei Personen hatten frische Schussverletzungen, die sofort versorgt werden mussten.

"Ich wurde zum ersten Mal in meinem Leben damit konfrontiert, in welchem katastrophalen Zustand die Menschen waren, die wir an Bord holten", sagte die Gießenerin.

Nachdem die Flüchtlinge an Bord waren, stellte sich nun die Frage: In welchen Hafen? Lampedusa wurde angefahren - vergeblich. Das nächste Ziel war Malta. Inzwischen wurden das Trinkwasser und auch die Nahrung knapp. Nach Tagen durften die Menschen an Land. Bonica ist froh, einen Teil dazu beigetragen zu haben, Menschelben gerettet zu haben. "Ich werde wieder auf ein solches Rettungsschiff gehen", kündigte sie an.

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