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Rund 300 Demonstranten ziehen am Samstag durch Lich zur Baustelle an der Langsdorfer Höhe. FOTO: CON

Protest

300 Menschen demonstrieren erneut gegen Langsdorfer Höhe

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"Wir sind Lich - ohne uns läuft nichts" - mit diesem Slogan sind rund 300 Demonstranten am Samstag in Lich auf die Straße gegangen. Sie sehen noch Chancen, das Logistikzentrum zu kippen.

Die Bürgerinitiative "Bürger für Lich" (BfL) gibt nicht auf. Am Samstag gingen erneut 300 Menschen auf die Straße, um gegen das geplante Logistikzentrum auf der "Langsdorfer Höhe" zu demonstrieren. Trotz einiger rückschläge in den vergangenen Wochen hatten sich rund 300 Bürger auf dem Rathausplatz zusammengefunden, um gemeinsam auf ihre Ablehnung des Projekts aufmerksam zu machen. Denn noch sehen sie nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft und wollen nach wie vor daran arbeiten, den Bau zu verhindern, wie die BfL lautstark verkündete.

"Die Homepage der Stadt preist Lich als einer der beliebtesten Wohnorte im Landkreis Gießen. Verkehrsgünstig gelegen liegt ›unser‹ schönes Städtchen inmitten einer Landschaft, die seit Jahrtausenden Menschen anzieht, die Platz ist des Handels, des Verweilens und der Kommunikation", sagt Burkhard Neumann von der BfL. "Die Landschaft rund um Lich lädt ein zum Spazierengehen und Erkunden einer intakten Natur. - Wie passen all diese Aussagen zu dem jetzt geplanten und in der Umsetzung befindlichen Industriegebiet?". Die Antwort ist für die Initiative ganz klar: Überhaupt nicht.

"Wir sind Lich - ohne uns läuft nichts" skandierend, ging es einmal durch die Altstadt, bis in die Nähe der Baustelle, die der BfL ein Dorn im Auge ist. Enttäuscht zeigten sich viele Unterstützer von der Wahl des Orts für die Abschlusskundgebung: Statt direkt vor der Baustelle versammelten sich die Demonstranten auf einem Parkplatz, von dem man kaum einen Blick auf die Baustelle werfen kann. Das wurde nach der Abschlusskundgebung aber geändert, als noch einmal viele der Teilnehmer zur Baustelle weiterzogen.

Widerspruch gegen Baugenehmigung

Wie es jetzt weitergeht hat die BfL auch schon entschieden: "Wir werden kein weiteres Bürgerbegehren anstreben", erklärt Neumann während der Kundgebung. Stattdessen will man sich auf Unstimmigkeiten in der Baugenehmigung und im städtebaulichen Vertrag konzentrieren um einen Baustopp zu erwirken. "Wir haben mittlerweile auch Widerspruch gegen die Baugenehmigung eingelegt", sagt Neumann weiter. Zudem wurde Akteneinsicht beantragt, um weitere Unstimmigkeiten zu finden. Zudem werden Themen wie Normenkontrollklage, Vergabe und Beihilferecht - alles Punkte im EU-Recht - verfolgt. "Wir beschreiten weiter unseren Weg und suchen, trotz aller gemachten negativen Erfahrungen, das Gespräch mit den andersdenkenden Personen. Wir wollen Lösungen zum Wohle aller Bürgerinnen und Bürger", so der BI-Sprecher. Man wolle nicht aufgeben, bis wirklich alle Maßnahmen ergriffen wurden um doch noch das ins Auge gefasste Ziel zu erreichen - das machte die BfL auf jeden Fall klar.

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