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Mehr als "nur" ein Tanz

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Lich(nab). Flamenco ist so viel: Wild, spontan, ernst, verzweifelt, Tanz, Gitarrenspiel und Lebenskultur. Flamenco ist Leben und handelt vom Leben. Flamenco ist der Spiegel der Seele. Von all dem bekam das Publikum im Kino Traumstern am Mittwochabend einen sehr guten Eindruck: Dort gastierte der Flamenco-Gitarrist Antonio Andrade mit seiner "Compañía Flamenca Antonio Andrade".

Flamenco ist weit mehr als "nur" ein berühmter spanischer Tanz. "Im Flamenco können wir all die menschlichen Gefühle zum Ausdruck bringen, für die wir keine Worte haben", sagte Andrade zu Beginn der Show. Der Musiker ist in Lich kein Unbekannter: In den vergangenen Jahren gab er hier schon mehrfach Flamenco-Konzerte. Was den Flamenco angeht, weiß Andrade ganz genau, wovon er spricht, schließlich wurde er in Puebla de Cazalla bei Sevilla geboren, einem der traditionsreichsten Dörfer für Flamenco-Gesang. Neben der grandiosen Musik gab es viel Wissenswertes in der Show. Andrade berichtete von den arabisch-, jüdisch- und romageprägten Einflüssen und von der Entstehung des Flamenco in Andalusien und der Extremadura. "Man trifft sich und singt über seine Gefühle", erläuterte Andrade. "Es ist wie eine Gruppentherapie."

Höchstmaß körperlicher Disziplin

Damit auch das Publikum in Lich den Flamenco verstehen und mit ihm eins werden kann, hatte Andrade diesmal seine Kompagnie mitgebracht, deren Mitglieder er als "Kleinode" und "Juwelen" bezeichnet: Sängerin Sonia Cortez, Jose Galvañ (Tanz) und allen voran Solistin Ursula Moreno ernteten viel Applaus. Vor allem Tänzerin Moreno führte den Zuschauern wunderbar all die Eleganz des Flamenco vor Augen. Sie füllte die schwer zu tanzenden Mischrhythmen, bei denen es vor allem auf die Disziplin des Körpers ankommt, mit Leben. Ganz leicht ließ sie den Tanz mit Kastagnetten und Schleppenkleid bei "Caña" aussehen - eine grandiose Leistung, für die sie beim Nationalwettbewerb von Ronda prämiert wurde.

Die Kompagnie ist weltweit unterwegs, im Januar geht es für Andrade nach Bangalore. Dort wird er mit indischen Tänzerinnen zusammenarbeiten. Und dann ist da noch das eigene Flamenco-Theater in Madrid. Sicherlich wird er auch wieder in Lich vorbeischauen.

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