"mehr Meer"

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Allen Grund zu feiern hat die Edition Noir: Schließlich ist es 2019 genau 25 Jahre her, dass Birgit Klös die Edition und Galerie in Lich-Nieder-Bessingen gegründet hat. Am Sonntag startete man mit einer Ausstellung ins Jubiläumsjahr. Unter dem Titel "mehr Meer – Holzschnitt trifft Radierung" legten Petra Schuppenhauer (Leipzig) und Günther Hermann (Fronhausen) in der Werkstatt und dem Atelier von Bodo W. Klös ein Zeugnis hervorragender Kunst ab.

Allen Grund zu feiern hat die Edition Noir: Schließlich ist es 2019 genau 25 Jahre her, dass Birgit Klös die Edition und Galerie in Lich-Nieder-Bessingen gegründet hat. Am Sonntag startete man mit einer Ausstellung ins Jubiläumsjahr. Unter dem Titel "mehr Meer – Holzschnitt trifft Radierung" legten Petra Schuppenhauer (Leipzig) und Günther Hermann (Fronhausen) in der Werkstatt und dem Atelier von Bodo W. Klös ein Zeugnis hervorragender Kunst ab.

Seien es Meeresanblicke auf Rügen und Sylt oder die eisigen Weiten der Antarktis – die beiden Künstler halten mit ihren jeweiligen Techniken das Spiel des Windes und des Lichts auf der Wasseroberfläche und die raue Schönheit der Natur fest. Und das technisch erprobt: Kunsthistoriker Dr. Friedhelm Häring gab den Besuchern der Matinée eine versierte Einführung in die Ausstellung und attestierte beiden Künstlern, dass sie mit ihren Holzschnitten und Radierungen "das Edelste, was Druckgrafik leisten kann" präsentieren. Die Ausstellung zeige Tiefdruck und Hochdruck in meisterlicher Leistung.

Mit Bezug zum Ausstellungstitel "mehr Meer" machte Häring deutlich, dass das Meer zu den Extremen der Schöpfung gehört, die man unmittelbar erleben kann. Günther Hermann sei häufig in die Landschaft gefahren, in der einst Caspar David Friedrich seine Bilder malte. Aber er komme im Gegensatz zu dem Maler der deutschen Frühromantik ohne die Personenstaffage aus, die die Unendlichkeit des Meeres betrachtet. Hermanns Meer nehme den Betrachter in eine noch viel größere Verantwortung, sich mit dem Gedanken der Unendlichkeit auseinanderzusetzen. "Seine Brillanz in der Radierung ist einzigartig", unterstrich der Kunsthistoriker.

Petra Schuppenhauer mache mit ihren Holzschnitten etwas ähnliches wie Hermann mit seinen Ätzungen, erläuterte Häring über die Vorgehensweise der Künstlerin: "Sie hat eine Vorstellung im Kopf und weiß, wie sie ihre Druckvorgänge schneiden und färben muss. Und dann kommen solche Herrlichkeiten heraus wie ihre großen Arbeiten über die Antarktis, die sie auf einem Dreimast-Segler erkundete", erläuterte Häring. Schuppenhauer sei europaweit eine der außergewöhnlichsten Holzschnittkünstlerinnen.

"Beide Künstler tragen in ihrer seelischen Bestimmtheit ein ewig währendes romantisches Gefühl des Ichs vor der Schöpfung in sich", führte der Kunsthistoriker aus, und: "Bilder von dieser Qualität sind ein Anker in der Zeit und selbst Orientierungspunkte."

Die Ausstellung "mehr Meer – Holzschnitt trifft Radierung" ist bis 11. Mai in der Edition Noir in Nieder-Bessingen (Ettingshäuser Str. 8) zu sehen (donnerstags und freitags von 15 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 14 Uhr). (nab/Foto: nab)

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