Mehr als eine Tasse Kaffee

"Drei Jahre Deutschcafé" war für die Lernenden und ihre Lehrer in Lich ein Grund zu feiern. Viel wurde in dieser Zeit erreicht und weit mehr als nur die reine Grammatik und Vokabeln vermittelt. In der Christuskirche tummelten sich beim Geburtstagsfest am Samstag Kinder, Eltern und die meist etwas älteren "Lehrer", die sich inzwischen auch längst menschlich näher ge-kommen waren, sagte Thekla Richter, Leiterin des Deutschprojektes bei "AsylinLich".

"Drei Jahre Deutschcafé" war für die Lernenden und ihre Lehrer in Lich ein Grund zu feiern. Viel wurde in dieser Zeit erreicht und weit mehr als nur die reine Grammatik und Vokabeln vermittelt. In der Christuskirche tummelten sich beim Geburtstagsfest am Samstag Kinder, Eltern und die meist etwas älteren "Lehrer", die sich inzwischen auch längst menschlich näher ge-kommen waren, sagte Thekla Richter, Leiterin des Deutschprojektes bei "AsylinLich".

2015 hatten sich auch in Lich die Ereignisse überschlagen. Nach zunächst 30 Menschen in der Gemeinschaftsunterkunft in der Heinrich-Neeb-Straße wurden 200 Personen in der Notunterkunft auf dem Sportplatz untergebracht, danach kamen die Unterkünfte im Gewerbegebiet Bettenhäuser Weg/Entenpfuhl und im Fuchsstrauch dazu. Menschen aus vielen Ländern mit unterschiedlichen Sprachen wie Amharic (Äthiopien), Tigrinya (Eritrea), Somali (Somalia), Arabisch (Irak, Syrien), Fasi und Dari (Iran, Afghanistan), Türkisch sowie ihren Dialekten waren in die Stadt an der Wetter gekommen. Dass sich die Geflüchteten untereinander, aber auch mit den Einheimischen zu verständigen lernten, war eine große Aufgabe. Vom Staat sei in diese Richtung zunächst wenig passiert.

Engagierte Bürger gründeten "Asyl in Lich". Eine der vielen Aufgaben, welche die Ehrenamtlichen übernahmen, war die Ausrichtung der Deutschkurse. Im Juli 2015 ging es los. Schnell merkte man, dass es gar nicht so einfach sei, erinnerte sich Richter. Denn nicht nur die Vokabeln, sondern auch die fremden Laute und die römisch-lateinischen Buchstaben waren für die Geflüchteten teils komplettes Neuland. Was für die Erwachsenen schwierig gewesen sei, hätte sich für die Kinder spielerisch gelöst, sagte Richter.

Das Deutschcafé wurde gegründet. Zudem wurden weitere Kurse eingerichtet. Dienstags und donnerstags wurde im Don-Bosco-Saal der katholischen Pfarrgemeinde gelernt, freitags gab es das Café in der Christuskirche. Es gehe aber nicht nur um das Lernen der Sprache, sondern auch um Hilfen im täglichen Leben, sagte Richter. So finde während der Deutschkurse Kinderbetreuung statt, damit die Eltern in Ruhe lernen können. Geflüchtete, die in der Kreisvolkshochschule oder anderen Institutionen an staatlichen Kursen teilnehmen, kommen ebenfalls ins Deutschcafé, um ihre Hausaufgaben zu machen und zu üben. Formulare und Anträge ausfüllen oder die Kinder bei der Schule anmelden, ist für viele nicht einfach. Sie bekommen im Deutschcafé Hilfe.

Im Deutschcafé arbeitet ein Team von 30 Ehrenamtlichen, von denen jeder so viel Zeit gibt, wie er kann. Weitere Helfer – auch bei einem Einsatz nur einmal im Monat – seien willkommen. Flotte Musik, das Dalli-Click-Spiel, Rätselspiele, Geschenke und Preise sowie Essen und Trinken trugen zur Freude aller bei der Feier zum dreijährigen Bestehen bei. Richter dankte zudem allen Ehrenamtlichen, die das Projekt unterstützen.

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