Mehr Bewegung

  • vonRedaktion
    schließen

Lich (pm). Immer mehr Menschen leiden unter Rückenschmerzen. Das belegen jedes Jahr die Statistiken der Krankenversicherungen. In den meisten Fällen sind die Schmerzen unangenehm, aber harmlos. Dann hilft vor allem regelmäßige körperliche Bewegung, insbesondere wenn die Betroffenen den ganzen Tag am Bildschirm arbeiten. Aber es gibt auch Symptome, bei denen sofort ein Spezialist aufgesucht werden sollte.

Anlässlich des Tages der Rückengesundheit am kommenden Montag gibt Professor Antonio Krüger, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie, Wirbelsäulen- und Kindertraumatologie an der Asklepios-Klinik in Lich, Tipps.

»Wenn Empfindungsstörungen wie Taubheitsgefühle, Lähmungen oder Probleme beim Halten von Wasser und Stuhl auftreten, sollten sich Patienten sofort bei einem Spezialisten vorstellen«, sagt Krüger. Ebenso bei starken Schmerzen nach Stürzen.

Bei älteren Patienten mit vorliegender Osteoporose oder Patienten mit Tumorerkrankungen reichen auch kleinere Unfälle, um Brüche auszulösen. Auch bei akuten Rückenschmerzen in Kombination mit Fieber sollte ein Spezialist konsultiert werden.

Zu schwache Muskulatur

»Wer »nur« unter Rückenschmerzen leidet, kann selbst viel dagegen tun«, sagt Krüger. Die meisten Beschwerden kämen durch eine zu schwache Muskulatur aufgrund von Bewegungsmangel zustande.

»Die Wirbelsäule ähnelt in Wirklichkeit eher einer Gliederkette als einer echten Säule«, erklärt der Experte. »Gehalten wird sie durch die Muskulatur von Bauch und Rücken. Ist sie zu schwach, kann sie die Wirbelsäule nicht richtig aufrecht halten und verspannt sich gerade in Zwangshaltungen wie bei der Bildschirmarbeit, was zu den typischen Beschwerden führt.« Daher empfiehlt Krüger, sich mehr zu bewegen. Das kann Sport sein, aber auch Bewegung im Alltag. Wer viel vor dem Monitor sitzt, sollte mindestens einmal pro Stunde aufstehen und sich bewegen.

Statt sich passiv zu verhalten und eine Therapie bis hin zur Operation zu erwarten, die die Beschwerden ohne eigenes Zutun nimmt, plädiert Krüger dafür, dass Betroffene selbst mehr tun. »Der Körper ist kein Auto, das sich bei einer Fehlfunktion reparieren lässt, sondern ein biologisches System, das sich ständig anpasst und verändert.« Dieses Wissen solle man bei Rückenbeschwerden nutzen. »Viele Operationen wären so vermeidbar«, sagt Krüger.

Bei akuten Beschwerden rät der Experte zur Stufenlagerung: »Legen Sie sich auf den Rücken und lagern Sie die um 90 Grad angewinkelten Beine hoch. Das verringert die Spannung und entlastet die Wirbelsäule.«

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare