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Noch hat die Natur das knapp ein Hektar große Areal zwischen Tulpenweg, Wingert und Brunnenstraße im Griff. Aber in naher Zukunft soll hier Wohnraum entstehen.

Lückenschluss im Tulpenweg

  • vonChristina Jung
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Lich (ti). Wildwachsende Brombeeren. Verschiedene Büsche und Sträucher. Alter Baumbestand. Grünfläche. Auf dem großen, unbebauten Areal im Licher Tulpenweg hat die Natur das Sagen. Noch. Denn es gibt Pläne für eine Bebauung.

Der Eigentümer möchte dort Mehrfamilien- sowie Doppel- und Reihenhäuser errichten. Doch dafür bedarf es eines Bebauungsplanes. Für dessen Aufstellung gaben die Mitglieder des Ausschusses für Bauen, Umwelt und Verkehr am Dienstagabend grünes Licht. Einstimmig.

Im Rahmen der Sitzung, die in der Sport- und Kulturhalle Muschenheim abgehalten wurde, erläuterte Elisabeth Schade vom beauftragten Planungsbüro Plan ES aus Gießen das Vorhaben, an dessen Anfang man stehe. Der Aufstellungsbeschluss sei quasi der erste Akt, so Schade.

Grüne wollen Bäume erhalten

Bereits vor rund zwei Jahren hatte der Eigentümer für die drei unbebauten Grundstücke im Tulpenweg einen Antrag zum Bau von zwei Mehrfamilienhäusern gestellt, von der Bauaufsicht aber mit Verweis auf die Notwendigkeit eines Bebauungsplanes eine Absage erhalten.

Das nun im Raum stehende Vorhaben umfasst neben den drei Grundstücken im Tulpenweg vier weitere in der Brunnenstraße. Insgesamt geht es um ein 0,9 Hektar großes Areal in bester Licher Wohnlage.

Hier sollen drei Mehrfamilienhäuser mit fünf bis acht Apartments sowie mehrere Doppel- beziehungsweise Reihenhäuser entstehen - analog zur umliegenden Bebauung im Süden (entlang der Brunnenstraße und des Tulpenweges) mit maximal zwei Vollgeschossen, im Norden und im Inneren des Quartiers mit einem Vollgeschoss. Die Erschließung ist über den Tulpenweg geplant.

Mit Blick auf den vorhandenen Baumbestand auf dem Areal beantragte Berchtold Büxel von den Grünen, den Erhalt im Bebauungsplan festzuschreiben.

Bürgermeister Dr. Julien Neubert wies darauf hin, dass dies zwar ein berechtigtes Ansinnen sei, das Einbringen zum jetzigen Zeitpunkt aber unnötig. Diskutiert werden müsse dies im Rahmen des Bauleitplanverfahrens im Zuge der Abwägung.

Büxel zog daraufhin den Antrag mit dem Hinweis zurück, dass seine Fraktion ihn zu einem späteren Zeitpunkt stellen werde. Immerhin: Den Erhalt einer alten Eiche sehen die Entwürfe von Plan ES bereits vor.

Über das Bauvorhaben gab es keine Diskussion. Lediglich die Grünen äußerten klar ihre Zustimmung zu der geplanten Innenentwicklung.

Die Nachverdichtung ist mit Blick auf den Flächenverbrauch in Neubaugebieten nicht nur in Lich ein großes Thema. Grundsätzlich sind Kommunen dazu angehalten. Das Motto: Innenverdichtung vor Außenentwicklung.

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