Logistikzentrum: Licherin scheitert in Kassel

  • vonChristina Jung
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Lich(ti). Während das Logistikzentrum auf der Langsdorfer Höhe stetig wächst, müssen die Gegner des umstrittenen Projekts erneut einen Rückschlag hinnehmen: Die Licherin, die beim Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel Beschwerde gegen eine Entscheidung der Gießener Verwaltungsrichter und damit letztlich gegen die vom Landkreis erteilte Baugenehmigung geführt hatte, ist mit ihrem Vorhaben gescheitert. Der Dritte Senat hat ihre Beschwerde gegen den Beschluss der Gießener Richter zurückgewiesen, teilte VGH-Pressesprecher Helmut Schmidt mit. Begründung: Die Immobilie der Licherin liege zu weit vom Logistikzentrum weg, außerdem befänden sich zwischen beiden Grundstücken schon heute zahlreiche Gewerbebetriebe, so dass die Frau aus Sicht des Dritten Senates "nicht rechtserheblich beeinträchtigt wird". Das hätten auch schalltechnische Untersuchungen ergeben, so Schmidt.

Die Licherin hatte erstinstanzlich ein Eilverfahren gegen die Baugenehmigung angestrengt und die Anordnung der aufschiebenden Wirkung - und damit quasi einen Baustopp - beantragt. Das Gießener Verwaltungsgericht hatte dies im Juni abgelehnt. Aus Sicht des VGHs zu Recht. Die Beschwerde der Frau habe nach der im einstweiligen Rechtsschutzverfahren gebotenen; aber auch ausreichenden Prüfung schon deshalb keinen Erfolg, weil dem Antrag nach diesen Maßgaben die Befugnis fehle und er daher unzulässig sei, so Schmidt.

Der Beschluss des Dritten Senats ist unanfechtbar, weitere Rechtsmittel nicht möglich. Wann über das von der Antragstellerin ebenfalls angestrengte Normenkontrollverfahren entschieden wird, ist laut VGH-Pressesprecher derzeit nicht absehbar.

Positiv wurde die Entscheidung im Licher Rathaus aufgenommen. "Ich bin ein Stück weit erleichtert", sagte Bürgermeister Dr. Julien Neubert. Ein Baustopp hätte für die Verwaltung viel vertane Arbeit bedeutet und sei zudem nicht im Interesse der politischen Entscheidungsträger gewesen. Auch einem Beschluss im noch anhängigen Normenkontrollverfahren sieht Neubert positiv entgegen.

Kreisverkehr bis März 2021 fertig

Indes geht der Bau des Logistikzentrums an der B 457 stetig voran. Im November soll es sein Dach bekommen, anschließend stehen der Innenausbau und die Außenanlagen auf dem Plan, berichtet Neubert. Für das Frühjahr 2021 ist die Fertigstellung vorgesehen.

Etwas früher, nämlich bereits im März 2021, soll der Bau des neuen Kreisverkehrs vollendet sein, der in zwei Wochen beginnt. Bereits in den vergangenen Wochen wurden in dem Bereich Gehölze entfernt und notwendige Flächen gerodet. Dies sei aufgrund des Schutzes für eventuell vorkommende Haselmäuse vorgezogen worden, so Neubert.

Um die negativen Auswirkungen auf den Verkehr zu minimieren, wurde laut Neubert eine Bauphasenplanung erarbeitet, die grundsätzlich ohne Sperrungen, größere Umleitungen und Ampelregelungen auskommt. Der Verkehr wird entweder direkt über das Baufeld geführt oder unmittelbar daran vorbei.

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