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Die Langsdorfer Höhe Anfang März: Das Logistikzentrum, das hier entsteht ist nach wie vor Gegenstand von Diskussionen. Jetzt versprechen die BfL eine Einstellung des öffentlichen Schlagabtausches. 

Langsdorfer Höhe

Logistikzentrum Lich: "Kein öffentlicher Schlagabtausch"

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Die Pläne zum neuen Logistikzentrum in Lich haben für viel Streit gesorgt. Nun soll die Stadt "befriedet" werden. 

Lich - Vergangene Woche hatten sich die Bürger für ein lebenswertes Lich (BfL) dafür ausgesprochen, wieder zu einer "in den Umgangsformen anständigen Diskussion" zu kommen, um die Stadt zu befrieden. Kritik in Pressemitteilungen zu äußern, wird dabei allerdings nicht helfen, da ist sich auch BfL-Sprecher Burkhard Neumann sicher. Dennoch hat der Verein genau das nun wieder getan. Aber zum letzten Mal, wie Neumann versichert.

Worum es geht? Im Januar hatten die BfL bei der Stadt einen Antrag auf Akteneinsicht für die Dokumente zur Langsdorfer Höhe eingereicht, die in ihren Augen aus umweltschutzrechtlicher Sicht relevant sind. Dabei geht es unter anderem um das Genehmigungsverfahren, ökologische Ausgleichsflächen, Oberflächenwasser oder die Kosten für Ökopunkte.

Begründet sei dieser durch Paragraf 2 des hessischen Umweltinformationsgesetzes (HUIG). Dieser besage, dass Bürger das Recht auf Information zu umweltrelevanten Aspekten innerhalb von vier Wochen haben.

Logistikzentrum Lich: Hoher Aufwand für Verwaltung

Nach acht Wochen habe die Stadt dem Verein nun mitgeteilt, dass zahlreiche Punkte nicht beantwortet würden, kritisiert Neumann und ärgert sich über die Stellungnahme des Bürgermeisters, wonach die Kommune nicht verpflichtet sei, die geforderten Zahlen preiszugeben. Neumann: "Wer nichts zu verstecken hat, sollte hier offen kommunizieren." Gerade dann, wenn man wie Dr. Julien Neubert für mehr Transparenz und Bürgernähe plädiere.

Das wiederum will der Rathauschef nicht so stehen lassen. Auf der städtischen Homepage hat er die Rubrik "Aktuelle Informationen zur Langsdorfer Höhe" einrichten lassen - eine Liste, die immer wieder aktualisiert werde.

Darüber hinaus könne jeder in seine Sprechstunde kommen. Und davon machten die Licher rege Gebrauch. "Ich habe noch keinen abgewiesen und nehme mir immer Zeit für jeden, der mit diesem Thema zu mir kommt", so der Bürgermeister.

Logistikzentrum Lich: Neubert verärgert

Doch die Anfragen der BfL - die hier thematisierte ist laut Neubert nur eine von vielen - nähmen sehr viel Zeit in Anspruch. "Sie bedeuten einen hohen Aufwand für die Verwaltung, die auch viele andere Aufgaben hat. Vor allem in der aktuellen Situation", so Neubert. Deshalb habe man von einem Juristen und dem Hessischen Städte- und Gemeindebund prüfen lassen, welche der Fragen beantwortet werden müssen und sei so verfahren.

Diesen Verwaltungsaufwand hat die Stadt den BfL nun in Rechnung gestellt. 250 Euro für fünf Arbeitsstunden, was seitens des Vereins ebenfalls kritisiert wird. Neubert dazu: "Das war mehr als kulant." Tatsächlich seien weitaus mehr Stunden in der Verwaltung angefallen.

Neubert ärgert sich auch darüber, dass die BfL sich direkt an die Presse wenden, anstatt mit ihm Kontakt aufzunehmen, wenn sie unzufrieden sind. Vor allem deshalb, weil vor wenigen Tagen noch darüber gesprochen worden war, dass man sich an einen Tisch setze, um auf die sachliche Diskussionsebene zurückzufinden.

Bleibt zu hoffen, dass der Ankündigung Neumanns nun Taten folgen. Mit Blick auf eine Befriedung der Stadt und die aktuelle Pressemitteilung versichert er: "Damit ist jetzt Schluss. Ich werde dafür sorgen, dass es von unserer Seite keinen öffentlichen Schlagabtausch mehr geben wird."

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