Langsdorfer Höhe

Logistikzentrum: Gegner streben Normenkontrollverfahren an

  • vonChristina Jung
    schließen

Der Rechtsstreit um das Logistikzentrum an der Langsdorfer Höhe geht weiter: Drei Anlieger haben Widerspruch gegen die Baugenehmigung eingelegt. Die BfL unterstützt sie.

Lich(ti). Der Rechtsstreit um das Logistikzentrum an der Langsdorfer Höhe in Lich geht in eine weitere Runde: Nachdem die Bürger für ein lebenswertes Lich (BfL) mit ihren bisherigen Versuchen, das Bauvorhaben zu verhindern, vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) gescheitert waren, streben sie jetzt ein Normenkontrollverfahren an, wie Sprecher Burkhard Neumann in einer Pressemitteilung schreibt. Der ursprüngliche Plan, gegen die Ablehnung aus Kassel vor den Hessischen Staatsgerichtshof zu ziehen, sei "nicht mehr Mittel erster Wahl". Stattdessen wolle man sich auf die Klärung "vieler kritischer Probleme" beim Bebauungsplan, Vergaberecht und städtebaulichen Vertrag konzentrieren.

Ziel ist ein erneuter Baustopp

Wichtigste Punkte seien die Lärmbelastung, die laut Neumann unzureichend berücksichtigt worden sei, ein möglicher 24-Stunden Betrieb, der nach BfL-Auffassung "viel zu geringe Verkaufspreis", die Anhebung der Gebäudehöhe sowie ein "absolut mangelhafter städtebaulicher Vertrag". Für diese Punkte unterstützen und finanzieren die BfL rechtliche Klagen einiger Betroffener, Laut Neumann handelt es sich dabei auch um Privatpersonen, die zwar nicht im Geltungsbereich des Bebauungsplanes Langsdorfer Höhe wohnen, "aber so nah dran, dass sie klagen können". Ziel ist das Erreichen eines Baustopps, "um die kritischen Punkte zu beleuchten und zu beseitigen".

Nächste Station: VGH

Erster Schritt ist der Widerspruch gegen die Baugenehmigung beim Landkreis. Und der ist laut Pressesprecher Dirk Wingender am 14. Februar bei der Bauaufsicht eingegangen, ebenso wie Anträge auf Aussetzung der Baugenehmigung und Baustopp. "Die drei Widerspruchsführer sind im weitesten Sinn Anlieger", so der Kreis-Pressesprecher. Widerspruch und Anträge würden derzeit geprüft. Wie lange das dauert, kann Wingender nicht sagen.

Für die BfL allerdings steht fest: Sollte der Landkreis nicht in ihrem Sinne entscheiden, wollen sie den VGH anrufen, um die genannten Punkte dort prüfen zu lassen.

Bürgermeister Dr. Julien Neubert sieht dem erneuten Rechtsstreit relativ gelassen entgegen. "Wir haben immer in dem Wissen gehandelt, dass wir alles richtig machen", sagt er. Sollte ein Gericht zu einer anderen Einschätzung kommen und entscheiden, dass an der einen oder anderen Stelle falsch abgewogen wurde, "sind das alles Punkte, die sich heilen lassen", ist sich der neue Licher Rathauschef sicher.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare