+

FC Bayern München

Von "Loddar" bis Jupp - Wie eine Zwölfjährige einst auf Autogrammjagd beim FC Bayern ging

  • Patrick Dehnhardt
    vonPatrick Dehnhardt
    schließen

Silja Römer war schon als kleines Mädchen großer Fußballfan. Der Urlaub 1987 bleibt ihr deshalb immer in Erinnerung. Wegen Lothar Matthäus, Jean-Marie Pfaff und Jupp Heynckes.

Es sind Namen, bei denen selbst Fans anderer Fußballvereine ins Schwärmen kommen: Michael Rummenigge, Hansi Flick, Andreas Brehme, Jürgen Klinsmann, Jean-Marie Pfaff, Klaus Augenthaler - und nicht zu vergessen Lothar Matthäus. Echte Bayern-München-Fans denken gerne an die Zeiten zurück, als diese Spieler auf dem Platz standen.

Silja Römer war bereits als kleines Mädchen großer Fan des »Stern des Südens«. Besonders ein Spieler hatte es ihr angetan: Lothar Matthäus. »In der ›Bravo« gab es einen lebensgroßen Star-Schnitt von ihm. Der klebte an meiner Tür«, erinnert sie sich. Sie habe alles über Matthäus gesammelt - und natürlich auch gehofft, ihn irgendwann einmal zu treffen.

1987 war die damals Zwölfjährige mit ihren Eltern und ihren beiden Brüdern in Rottach-Egern in Oberbayern wandern. Die Familie war gerade auf dem Rückweg von der Moni-Alm ins Tal, als plötzlich ein Bus vor ihnen auf dem Weg auftauchte. Über dem Mercedes-Stern stand »FC Bayern München«. Die Zwölfjährige war völlig aus dem Häuschen - und schnell war ihr klar, dass der Bus in Richtung Moni-Alm fuhr. »Wir müssen unbedingt dem Bus hinterher«, forderte sie ihre Familie auf.

Also wurde kehrt gemacht, und es ging wieder bergauf. »Mein Zwillingsbruder war davon nicht begeistert«, erinnert sich die heute 45-Jährige und schmunzelt. »Er ist totaler Anti-Fußballer.«

"Die haben es sich bei Schweinebraten und Bier gutgehen lassen"

Zurück am Berggasthof sahen die Ober-Bessinger, wie die Bayern-Spieler gerade zu Tisch saßen. »Die haben es sich mit Schweinebraten und Bier gutgehen lassen.« Auch die Familie nahm an einem Tisch in der Nähe Platz und gönnte sich eine Mahlzeit - wann kann man schon sagen, mit dem amtierenden Deutschen Meister gegessen zu haben?

Silja Römers Mutter hatte ein kleines Notizbuch in der Tasche. Dieses wurde kurzerhand zum Autogrammheft umgewidmet. »Sie haben das dann einmal reihum durchgereicht und unterschrieben«, ist die Ober-Bessingerin noch heute über die entspannte Art der Fußball-Profis begeistert. »Sie waren total freundlich.«

Auf der Moni-Alm erfuhr Silja Römer, dass sich der FC Bayern gerade im Trainingslager befand und ein Testspiel gegen eine Lokalauswahl auf dem Programm stand. »Wir sind dann ins Dorf und meine Mutter hat mir einen Edding gekauft.« Mit dem Stift in der Hand ging es zum Testspiel.

»Ich bin während des Spiels zu Jean-Marie Pfaff gegangen und habe nach einem Autogramm gefragt«

Die Zwölfjährige bat ihr Fußballidol um eine Unterschrift - und Lothar Matthäus signierte ihr T-Shirt direkt auf ihrem Rücken. Ehrensache, dass sie dieses Shirt noch heute besitzt. Neben Matthäus unterschrieben auch Trainer Jupp Heynckes und Torwart Jean-Marie Pfaff darauf.

Die Unterschrift von Pfaff holte sich der junge Fußballfan dabei zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt: »Ich bin während des Spiels zu Jean-Marie Pfaff gegangen und habe nach einem Autogramm gefragt.« Tatsächlich verließ der Keeper seinen Kasten, um zu unterschreiben. »Bei dem Spiel war halt nicht viel los vor seinem Tor«, sagt Römer. Vor Aufregung merkte sie gar nicht, dass sie dem Schlussmann dabei auf den Fuß trat. Der Belgier wies sie in der ihm eigenen launigen Art darauf hin: »Stell dir vor, ich muss jetzt schnell zurück ins Tor - und dann stehst du mir auf dem Schuh«, sagte er und lachte.

Die Ober-Bessingerin blieb auch in den Folgejahren ihrer Leidenschaft Fußball treu, spielte selbst. Aktuell ist Römer Referentin Frauenfußball im Fußballkreis Gießen. Und auch Lothar Matthäus begleitete sie noch viele Jahre - als Klingelton auf dem Handy: »Hier ist der Loddar - aber ohne Klinsmann, den Drecksack.«

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare