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Überzeugen erneut im Licher Kino Traumstern: Nina Hoger und Ulla van Daelen. FOTO: BAC

Literarischer Kontrapunkt

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Lich(bac). Eine Matinee mit weihnachtlichen Texten und Musik - dies verbarg sich hinter dem "Weihnachtsschmaus" von Nina Hoger (Texte) und Ulla van Daelen (Konzertharfe) am Sonntagmorgen im Kino Traumstern. Schon zum zweiten Mal gastierten die Künstlerinnen mit einem Programm in Lich. Nina Hoger las sowohl Klassiker der Weihnachtsliteratur, wie auch unbekannte Texte vor: Erich Kästner ("Dem Revolutionär Jesus"), Heinrich Böll ("Monolog eines Kellners"), Hans Fallada ("Lieber Hoppelpoppel - Wo bist Du?"), George Tabori oder Konstantin Wecker ("Es weihnachtete sehr"), Friedrich von Vegesack ("Hinter den Wolken") oder Hans Scheibner ("Freue Dich") und einige mehr, begleitet und interpretiert von den Harfenklängen von Ulla van Daelen.

Selten gehörte Klangvielfalt

Mit sehr viel Fingerspitzengefühl hatte Hoger die Texte und Gedichte ausgewählt, häufig mit ironischem Unterton und setze damit einen literarischen Kontrapunkt zu den vielen, zuckersüßen Weihnachtsgeschichten, die aktuell im Fernsehen zu sehen oder im Rundfunkt zu hören sind. Dank ihrer unaufdringlichen, aber sehr präzisen Theaterstimme verlieh sie jeder Geschichte den richtigen Ton, ohne zu viel oder zu wenig Gefühl hineinzulegen. Ja, sie kann vorlesen und es lohnte sich, ihr zuzuhören. Ihr ebenbürtig in der Spielfreude und ihrer Kreativität war Ulla van Daelen, die ihrem Instrument eine selten gehörte Klangvielfalt entlockte. Mal zart fühlend, mal jazzig, aber immer erfrischend anders waren ihre Interpretationen bekannter Weihnachtslieder wie "Kling Glöckchen klingelingeling", "Jingle Bells" oder "Maria durch einen Dornenwald ging". Ein rundum gelungener Vortrag.

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