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Bürgermeisterwahl

Knoll (CDU) und Neubert (SPD) in Lich der Stichwahl - Ergebnisse der Ortsteile

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Für Peter Blasini ist der Bürgermeisterwahlkampf in Lich vorbei. Der parteilose Bewerber ist im ersten Wahlgang ausgeschieden. Für die beiden anderen Kandidaten geht es weiter.

Update, 29. September: Nun ist es entschieden. Die Stichwahl in Lich ist gelaufen, ein neuer Bürgermeister gefunden. Julien Neubert macht es. Weitere aktuelle Infos hier. 

Erstmeldung, 16. September: Es bleibt spannend: Nach einem durch die Diskussion ums Logistikzentrum an der Langsdorfer Höhe stark polarisierten Wahlkampf geht Christian Knoll (CDU) mit 37,99 Prozent als Sieger der ersten Runde in die Stichwahl. Doch Dr. Julien Neubert (SPD) ist ihm mit 33,54 Prozent auf den Fersen. Nun müssen beide Kandidaten versuchen, die Wähler von Peter Blasini für sich zu gewinnen. Der parteilose Quereinsteiger ist mit 28,47 Prozent aus dem Rennen ausgestiegen. Für ihn geht schon heute sein gewohntes Leben als Direktor der Dietrich-Bonhoeffer-Schule weiter. Mehr als 100 Neugierige hatten sich gestern in und vor dem Bürgerbüro versammelt, um einen ebenso spannenden wie reibungslosen Wahlabend mitzuerleben. Kurz vor 19 Uhr lag das Endergebnis vor.

Bürgermeisterwahl Lich: Erstes Ergebnis aus Bettenhausen

Bereits um 18.12 Uhr ploppte als erstes Resultat das Wahlergebnis aus Bettenhausen auf der Leinwand auf. Hier holte Dr. Julien Neubert mit 48,94 Prozent gleich sein bestes Ergebnis dieses Abends. Mit Ausnahme Birklars und Ober-Bessingens ging er zudem in allen Stadtteilen als Sieger über die Zielgerade. Auch im Wahllokal Rathaus Lich konnte er punkten. Ansonsten hatte Christian Knoll in der Kernstadt die Nase vorn. Im Wahllokal Bauhof, nahe der Langsdorfer Höhe, konnte der Christdemokrat als erklärter Gegner des Logistikzentrums sogar 50,68 Prozent verbuchen. Auch Blasini fuhr einen Sieg ein. In Ober-Bessingen kam er auf 44,62 Prozent. Auffällig: Christian Knoll erzielte hier, in der einstigen CDU-Hochburg, mit 22,05 Prozent sein schlechtestes Ergebnis. Bemerkenswert auch das Ergebnis aus Langsdorf. Hier ist Julien Neubert aufgewachsen, der als Stadtverordneter für das Logistikzentrum gestimmt hat. Hier wohnt aber auch der frühere SPD-Finanzminister Karl Starzacher, der sich gemeinsam mit Knoll gegen das Projekt positioniert hat. 40,37 Prozent für Neubert und 38,52 Prozent für Knoll lassen auf einen gespaltenen Stadtteil schließen.

Ortsteil

Knoll (CDU)

Neubert (SPD)

Blasini (Parteilos)

Lich

39,2%

32,1%

28,6%

Eberstadt

28,8%

42,1%

29,1%

Nieder-Bessingen

29,2%

36,8%

34,0%

Ober-Bessingen

22,1%

33,3%

44,6%

Birklar

42,6%

29,6%

27,8%

Muschenheim/Arnsburg

34,2%

39,8%

26,1%

Langsdorf

38,5%

40,4%

21,1%

Bettenhausen

38,3%

48,9%

12,8%

Briefwahl

31,0%

28,6%

30,4%

Gesamt

38,0%

33,5%

28,5%

Blasini präsentierte sich als guter Verlierer. "Ich habe jetzt wieder mehr Zeit für Freunde und Familie und für die Dietrich-Bonhoeffer-Schule", sagte er. Die vergangenen Wochen seien eine spannende, aufregende Zeit gewesen, und für jemanden außerhalb der Politik "sind knapp 30 Prozent ein gutes Ergebnis". Blasini: "Ich habe mich von Anfang an nicht verbiegen lassen, bin meiner Linie treu geblieben und kann erhobenen Hauptes hier rausgehen."

Bürgermeisterwahl Lich: Wahlbeteiligung von 54,9 Prozent

Erhobenen Hauptes ging auch Knoll. Noch dazu freudestrahlend. Er sei sehr zufrieden mit dem Ergebnis, jetzt wolle er seinen Vorsprung weiter ausbauen, um in zwei Wochen "die 50 Prozent zu knacken". Zwei Dinge stehen in dieser Zeit für ihn ganz oben: "Ich möchte die Licher befrieden, damit hier wieder eine sachliche Diskussion über alle Themen möglich ist." Zudem werde er Vollgas geben, "um die Wahl zu wuppen". Das wird Neubert in den nächsten Tagen ebenfalls tun. "Ich bin gut im Betriebsmodus. Das wird so weitergehen", so der Sozialdemokrat, der mit Blick auf das Ergebnis von einem "großen Erfolg" für sich sprach. Es sei ein knappes Ergebnis, in dem sich die Diskussionen um die Langsdorfer Höhe widerspiegelten, aber Neubert ist zuversichtlich, "dass ich es schaffen kann". Noch ein Wort zur Wahlbeteiligung: Sie lag mit 54,9 Prozent fast 20 Prozent niedriger als bei der Bürgermeisterwahl vor sechs Jahren.

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