Jazz-Sängerin Dotschy Reinhardt eröffnet die Kulturtage.
+
Jazz-Sängerin Dotschy Reinhardt eröffnet die Kulturtage.

"Lich und Schatten"

  • Nastasja Akchour-Becker
    vonNastasja Akchour-Becker
    schließen

Lich(nab). Der März steht in Lich erneut ganz im Zeichen der Kultur. Denn vom 5. bis 22. März fahren die mittlerweile 18. Licher Kulturtage wieder mit einem beachtlichen Programm auf: Unter dem Motto "Lich und Schatten" - angelehnt an einen gleichnamigen Gedichtband von Fritz Kremser - werden in zweieinhalb Wochen an 21 unterschiedlichen Orten genau 54 Veranstaltungen stattfinden.

Darunter sind nicht nur Konzerte und Kunstausstellungen, sondern auch Workshops, Lesungen, Vorträge und Theater vertreten. Organisiert und veranstaltet wird das Ganze von der Kulturwerkstatt Lich, zu der viele örtliche Vereine, Unternehmen, Initiativen, Kirchengemeinden, Schulen und die Stadt Lich gehören.

Egal ob Musik oder Kunst - groß und vielfältig ist auch diesmal das Angebot: es gibt Jazz, Welt- und Chormusik, klassische Musik wird genauso abgedeckt wie afrikanische Trommelrhythmen. Im Bereich Kunst sind nicht nur klassische Gemälde vertreten, sondern auch Fotoausstellungen und feinste Potterie.

Und natürlich dürfen auch die Licher Schaufensteransichten bei den Kulturtagen nicht fehlen, bei denen getreu dem Motto "Kunst dorthin bringen, wo die Menschen sind" diesmal elf Künstler und zwei Schulen in Schaufenstern in der Kernstadt ihre Kunstwerke ausstellen. Eine Sammelausstellung wird am 1. März im Restaurant Savanne eröffnet.

Nachfolgend einige Höhepunkte, das komplette Programm steht rechts:

Eröffnet werden die 18. Licher Kulturtage im Kino Traumstern mit einem Konzert von Dotschy Reinhardt. Die in Berlin lebende Jazz-Sängerin aus der Familie des legendären Django Reinhardt stellt ihre neue CD "Chaplins Secret" vor. Denn wie viele vielleicht gar nicht wissen, war Charly Chaplin auch ein begnadeter Sänger und Musiker, kündigt Kulturkoordinator Peter Damm an. Zudem zeigt das Kino Traumstern an diesem Abend einen Film von Charly Chaplin.

Ein weiterer musikalischer Höhepunkt dürfte das Konzert von Belle Mélange im Hardtberggarten der Licher Brauerei werden: "Cherchez la femme - Was Mann wissen muss" lautet der Titel des Abends, bei dem die vier Musikerinnen mit Klavier, Cello, Querflöte und Gesang Frauen-Power der besonderen Art bieten und sich mit dem schönsten und zugleich wundersamen Phänomen befassen: der Frau und alles, was ihr Universum bewegt. Da die Plätze in der Brauerei begrenzt sind, wurden die Damen gleich für ein Zusatzkonzert am 28. Juni gebucht.

Auf ein musikalisches Experiment begeben sich die Filmore Brothers im Kino Traumstern. Angelehnt an das legendäre Livealbum der Allman Brothers mit dem Titel "At Fillmore East", das vor fast 50 Jahren veröffentlicht wurde, erfüllt sich Helmut Fischer einen Jugendtraum. Gemeinsam mit Musikern aus der Region wie Peter Hermann, Markus Wach und Moritz Weißinger von Mala Isbuschka wird er das umfangreiche berühmte Konzert nachstellen.

Das Quartett Mala Isbuschka selbst stellt seine neue CD "Orient-Occident" im Kino Traumstern vor. Dafür haben die Musiker nicht nur eine Vielzahl an exotischen Instrumenten mit im Gepäck, sondern auch Gastmusiker aus Syrien, der Türkei und Griechenland sind eingeladen, den Besuchern ein wunderbares Hörerlebnis zu schaffen.

Zum zehnten Mal öffnet Christiane Hofmann ihr Haus in der Mengesstraße zu ihren klassischen Hauskonzerten. Mit Jan Ickert (Cello) und Dmitry Ablogin (Klavier) sind erneut die gefeierten Musiker aus dem vergangenen Jahr zu Gast, die Werke von Ludwig van Beethoven spielen.

Die Stadtbibliothek setzt auf junge Besucher: Mit Guido Kasmann ist ein Kinderbuchautor zu Gast, der bei "Robert und Sarah" eine szenische Lesung mit Musik bietet.

Schauspielerin Jutta Seifert kommt zu einer literarisch-musikalischen Revue und sinniert über die Befreiung aus engen Korsetts, über Rock’n’Roll und Petticoats, wenn sie mit Texten von Lisa Fitz bis Kurt Tucholsky ein Jahrhundert Frauengeschichte beleuchtet.

Als ausgesprochen unterhaltend wird die Lesung von Walburga Hülk-Althoff angekündigt. Die ehemalige Licherin ist Romanistikprofessorin in Siegen und hat mit ihrem Buch "Der Rausch der Jahre - Als Paris die Moderne erfand" über die Entwicklung des 19. Jahrhunderts in Europa geschrieben.

Selbst beteiligen kann man sich bei der langen Nacht der Poesie, moderiert von Sven Görtz in der Kinokneipe. Jeder kann kommen und ein Gedicht (oder auch zehn) vortragen, kündigt Görtz an. Man muss dafür noch nicht mal ein Gedicht mitbringen, es stehen auch vor Ort einige zur Auswahl. Apropos selbst aktiv werden: Dazu hat man bei den Kulturtagen jede Menge Möglichkeiten. Es gibt eine Schreibwerkstatt mit dem Schriftsteller, Sänger und Songwriter Gofi Müller, einen Mal-Workshop mit Bettina Wurm oder einen Trommel-Workshop mit Pablo.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare