Ein bunter Regenbogen und bunte Handabdrücke auf einer Glasscheibe.
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Die Verfahren gegen zwei Erzieherinnen der städtischen Kita in Lich – unter anderem wegen Misshandlung Schutzbefohlener – sind eingestellt. Jetzt klagen sie gegen ihre Versetzung. (Symbolbild)

Kein hinreichender Tatverdacht

Kita in Lich: Verfahren wegen angeblicher Misshandlung Schutzbefohlener eingestellt

  • VonChristina Jung
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Die Staatsanwaltschaft stellt die Verfahren gegen eine Kita-Leiterin und eine Erzieherin in Lich ein. Es gibt keinen Tatverdacht auf Misshandlung Schutzbefohlener.

Lich – Wegen eines ganzen Bündels an Vorwürfen hatte die Gießener Staatsanwaltschaft gegen die Leiterin einer städtischen Kita in Lich ermittelt. Im Raum standen unter anderem die Misshandlung Schutzbefohlener, Körperverletzung und Freiheitsberaubung. Nun hat die Behörde das Verfahren eingestellt, da »die Beweislage sich so gestaltet, dass kein hinreichender Tatverdacht besteht«, sagt Staatsanwalt Rouven Spieler, stellvertretender Pressesprecher der Anklagebehörde auf GAZ-Anfrage.

Unter mittelbarer Beachtung des Grundsatzes »Im Zweifel für den Angeklagten« sei am Ende einer angenommenen strafrechtlichen Hauptverhandlung prognostisch von einem Freispruch auszugehen, erklärt Spieler weiter.

Nach Strafanzeige: Eltern sehen Handlungsbedarf in der Kita in Lich

Im vergangenen Juni waren die Vorwürfe gegen die Kita-Leiterin öffentlich geworden. Weil Strafanzeige erstattet worden war, hatte die Stadt sie freigestellt; ebenso wie eine weitere in der Einrichtung tätige Erzieherin. Die gegen sie erhobenen Vorwürfe hatten laut Staatsanwaltschaft aber keine strafrechtliche Relevanz, weshalb nicht wegen eines konkreten Deliktes gegen sie ermittelt wurde.

Über die Freistellung hinaus hatte Bürgermeister Dr. Julien Neubert damals Veränderungen in der Einrichtung angekündigt - am pädagogischen Konzept sowie beim Beschwerdemanagment. Eine Umfrage unter den Eltern hatte ergeben, dass Handlungsbedarf besteht.

Kita in Lich mit neuer Leiterin – alte Leiterin versetzt

Mittlerweile sind die beiden Erzieherinnen wieder im Dienst, allerdings in anderen Einrichtungen in städtischer Trägerschaft. »Im Rahmen meines Direktionsrechtes habe ich die Freistellung aufgehoben und sie versetzt«, sagt Neubert auf Anfrage dieser Zeitung.

In der betroffenen Kindertagesstätte wurde mittlerweile eine neue Leiterin eingesetzt, außerdem im Team das pädaogische Konzept überarbeitet, so der Bürgermeister. Besonderer Fokus habe dabei auf dem Kinderschutz und der Verbesserung des bis dahin »unzureichenden Beschwerdemanagments« gelegen. »Mittlerweile sind wir auf einem sehr guten Weg«, sagt der Licher Verwaltungschef und stützt sich auf Rückmeldungen aus Elternschaft und Bevölkerung. »Ich erhalte sehr viel positives Feedback.«

Kita in Lich: Erzieherinnen klagen gegen Versetzung

Auch wenn Kinder, Eltern und die anderen Erzieherinnen in der betroffenen Einrichtung diese »schwierige Situation, die zu viel Unsicherheit geführt hat«, mittlerweile hinter sich haben - für den Bürgermeister ist die Sache noch nicht ausgestanden. Der Grund: Die beiden Erzieherinnen haben wegen der Versetzung den Rechtsweg beschritten. Gestern standen sich die Parteien bei einem ersten Gütetermin vor dem Gießener Arbeitsgericht gegenüber. Ergebnis: Ein weiterer Gütetermin ist vorgesehen. Kommt es dort nicht zu einer Einigung, wird es einen Kammertermin samt Urteil geben.

Nachdem 2019 eine Erzieherin der Kita Freienseens versetzt worden war, demonstrierten Mitarbeiter und Eltern vor dem Rathaus in Laubach gegen die Versetzung.

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