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Tausende Besucher zog die Muschenheimer Weihnacht in der Vergangenheit in das 1000-Seelen-Dorf. In diesem Jahr wird es die Veranstaltung nicht geben. (Archivfoto: pad)

Schluss

Keine Muschenheimer Weihnacht mehr - Gründe stehen fest

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In der Vergangenheit zog sie im Advent Tausende nach Lich. In diesem Jahr wird es die Muschenheimer Weihnacht nicht geben. Der organisatorische Aufwand ist für die Vereine allein zu groß.

Lich - Drei Tage lang dauerte sie. Ihr Programm suchte auf den Dörfern der Region seinesgleichen. Sogar das Fernsehen berichtete. Doch die Muschenheimer Weihnacht ist Geschichte, die Veranstaltung wird es in dieser Form nicht mehr geben. Grund sind der enorme Organisationsaufwand, die Einstandskosten mit hohem finanziellen Risiko und die Tatsache, dass für die Vereine am Ende kaum etwas übrig blieb. "Im Sommer ist man zu dem Schluss gekommen, dass das so nicht mehr laufen kann", sagt Muschenheims Ortsvorsteher Josef Benner.

2014 hatten das Team des Restaurants "Zum Heiligen Stein" um seinen Chef Jochen Sauerborn und die Ortsvereine zum ersten Mal einen Markt im größeren Stil veranstaltet. Bei der Premiere noch zweitägig, später von freitags bis sonntags, lockte in den Folgejahren die Muschenheimer Weihnacht an den Kirchberg - mit bis zu 60 Ständen und einem kulturellen Rahmenprogramm, das sich sehen lassen konnte. Das brachte mehrere tausend Gäste aus nah und fern in das 1000-Seelen-Dorf. Doch 2017 zog sich Sauerborn als treibende Kraft und Financier zurück, der Gemeindeförderverein schulterte die Veranstaltung mit Unterstützung der örtlichen Vereine und einigen aus den Nachbardörfern im Jahr darauf selbst.

Lich: Ein größeres Projekt

Doch das bedeutete jede Menge Arbeit, die für Ehrenamtliche allein kaum zu schaffen war. Künstler und Aussteller mussten angeworben, Einkäufe getätigt, die Stand-Aufteilung gemacht werden. "Das war ein größeres Projekt", sagt Benner. Der Gemeindeförderverein stellte zu diesem Zweck eine Honorarkraft ein. Den Erlös sollten Ortsvereine und Gemeindeförderverein je zur Hälfte erhalten. "Am Ende blieben aber gerade einmal 1000 Euro übrig", sagt Benner. Die Vereine verzichteten auf ihren Anteil zugunsten der Gemeindeschwestern.

Der Gemeindeförderverein stellte klar, dass er die Organisation kein zweites Mal übernehmen wird. Um zu beraten, wie es weitergeht, wurde im Frühjahr eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich zu mehreren Sitzungen traf. Fazit: Am Sonntag, 15. Dezember, wird es ein Adventskaffee im evangelischen Gemeindezentrum geben, das die Landfrauen organisieren, außerdem - wenn überhaupt - eine Handvoll Buden im Hof des Kommunikationszentrums. Derzeit beraten die Ortsvereine noch, wie das Programm tatsächlich aussehen wird.

Eines allerdings steht bereits fest: Für den Ansturm der vergangenen Jahre wird Muschenheim nicht gerüstet sein.

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