Fabian Mäser Asklepios Klinik Lich Kreis Gießen
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Fabian Mäser hat mitten in der Corona-Pandemie die Geschäftsführung der Asklepios-Klinik in Lich übernommen.

Neuer Geschäftsführer

Lich: Unter dem neuen Chef stehen der Asklepios-Klinik große Veränderungen bevor

  • Ursula Sommerlad
    vonUrsula Sommerlad
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Er hat den Job mitten in der Pandemie übernommen - aber den neuen Geschäftsführer der Asklepios-Klinik Lich beschäftigt längst nicht nur die Corona-Krise.

Lich – Ein neuer Arbeitsplatz, die Leitung eines Krankenhauses mit 242 Betten und rund 500 Mitarbeitern: Das sollte eigentlich Herausforderung genug sein. Aber Fabian Mäser hat die Geschäftsführung der Asklepios-Klinik Lich in besonderen Zeiten übernommen: mitten in einer Pandemie. Jetzt, gut 100 Tage später, blickt er auf einen gelungen Start zurück. Die im September eröffnete Kardiologie läuft, auf die im Frühjahr geschaffenen Strukturen zum Umgang mit Covid-19 lässt sich aufbauen.

»Das Thema wird uns noch eine Weile begleiten«, sagt Mäser. »Wir beteiligen uns an der Notfallversorgung, ganz klar.« Doch den gelernten Wirtschaftsjuristen, der zuletzt als Klinikmanager an den Schwalm-Eder-Kliniken tätig war, beschäftigen noch andere Fragen. Vor allem die: Wie lässt sich die medizinischer Versorgung am Standort Lich weiter entwickeln? »Für jeden Bereich gibt es Ideen und Potenziale,« sagt der 32-Jährige.

Asklepios-Klinik in Lich (Kreis Gießen) eröffnete kürzlich Kardiologie

Zwei neue Angebote haben 2020 das Spektrum der Klinik erweitert. Seit Frühjahr bietet ein kleines Team um Dr. Jens Albrecht Adipositas-Chirurgie an, die Magenverkleinerung bei extremem Übergewicht. Und im September ging die ersehnte Kardiologie in Betrieb. »Sie wertet unser komplettes Spektrum auf und ebnet den Weg, um medizinische Versorgung weiter zu entwickeln«, sagt Mäser. Die neue Abteilung war unter seinem Vorgänger Uwe List geplant worden. Mäser übernahm nach bald zweijähriger Vorbereitungszeit wenige Wochen vor der Einweihung des Vorhabens, das sich wegen des Lockdowns im Frühjahr um Monate verzögert hatte. »Das ganze Team hat das Projekt gezogen, das hat es einfacher für mich gemacht«, sagt er rückblickend.

Mäsers nächstes Ziel ist die Teilnahme an der erweiterten Notfallversorgung. »Ein Benefit für die gesamte Region«, wie er findet. Die Kardiologie als neue Fachabteilung sei dafür ein wichtiger Baustein. Die vom Gemeinsamen Bundesausschuss festgelegten Regelungen formulieren weitere Anforderungen unter anderem an die Intensivkapazitäten oder die Qualifikation der Beschäftigten in der Notfallpflege. Bis zum Jahreswechsel sollen nach Mäsers Vorstellungen die notwendigen Strukturen in Lich geschaffen sein. Auch die Hubschrauberlandestelle, die gerade hinter der Klinik zum Wald hin neben dem Parkplatz entsteht, gehört dazu.

Neuer Geschäftsführer über Asklepios-Klinik: „Der Spirit in Lich ist sehr gut“

Ein wichtiges Standbein des Licher Hauses ist die Geburtshilfe mit ihren stetig steigenden Zahlen. Anfang November kam hier das 1000. Baby in diesem Jahr zur Welt. Mit Giovanni Di Favero habe man einen erfahrenen Chefarzt, der auch in der Gynäkologie wieder neue Impulse setze.

Ein Thema, das das ganze Haus betrifft, ist die Digitalisierung. Um den Aufenthalt eines Patienten komplett erfassen zu können, werde das gesamte Krankenhausinformationssystem umgestellt«, berichtet Mäser. Vom »papierlosen Krankenhaus« verspricht er sich nicht nur effizienteres Arbeiten, sondern auch eine bessere Vernetzung.

Und was sagt der Geschäftsführer zu der von Gewerkschaftsseite immer wieder geäußerten Kritik an Arbeitsbedingungen und Entlohnung bei Asklepios? »Das ist nicht, was ich vor Ort wahrnehme. Ich bin auf ein sehr motiviertes Team gestoßen, das seine Arbeit gerne macht.« Dafür spreche auch die Tatsache, dass es seit Sommer 2019 gelungen sei, 35 zusätzliche Stellen in der Pflege zu schaffen. »Der Spirit in Lich ist schon sehr, sehr gut«, findet der Geschäftsführer und meint nicht zuletzt den dynamischen Austausch auf der Leitungsebene. »Wir können Versorgung vor Ort auf einem sehr hohen Niveau anbieten.« (Ursula Sommerlad)

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