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Für viele Licher ist dieser Komplex mit reichlich Erinnerungen verbunden: Das ehemalige Schulgebäude ist saniert und trägt nun die Wohnadresse »Alte Schulhöfe 2«.

Lernort wird neues Zuhause

  • vonConstantin Hoppe
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Lich (con). Wo Schüler einst ihren Lernstoff »paukten«, wird künftig gewohnt. An der ehemaligen Selma-Lagerlöf-Schule an der Jahnstraße hat sich in den vergangenen Monaten viel verändert. Gebäudeteile wurden abgerissen, andere grundhaft saniert - noch immer laufen die Arbeiten auf dem ehemaligen Schulgelände. Im Wohnquartier »Alte Schulhöfe« werden in den kommenden Tagen weitere Mieter ihr neues Zuhause beziehen.

Das Gebäude in den »Alten Schulhöfen 2« - einst Domizil der Förderstufe der Dietrich-Bonhoeffer-Schule - wurde am Dienstag seiner neuen Bestimmung übergeben.

Bezahlbarer Wohnraum

Die kleine Familie, die hier als erste einzieht, freut sich schon sehr auf ihr neues Zuhause. Mitten in der Stadt und dennoch ruhig gelegen, barrierefrei, mit Balkon oder Terrasse, mit Aufzug, Solarstrom, Fernwärme- und Glasfaseranschluss - der Quadratmeterpreis liegt 20 Prozent unter der ortsüblichen Miete, die Wohnungen sind für Menschen mit geringem Einkommen reserviert.

»Es ist ein unheimlich gutes Konzept das hier verwirklicht wurde«, freut sich Landrätin Anita Schneider beim Ortstermin. Die Projektgesellschaft »Alte Schulhöfe«, in der sich die heimischen Unternehmen IWES und Lück Invest zusammengeschlossen haben, hatte von der Stadt Lich und dem Landkreis Gießen den Zuschlag für die Entwicklung des neuen Wohnquartiers auf dem ehemaligen Schulgelände erhalten. Voraussetzung: Die Bebauung sollte sich gut in die Umgebung einfügen und 25 Prozent der Wohnungen sollten Menschen mit niedrigem Einkommen vorbehalten sein.

Ein Konzept, das mittlerweile verwirklicht wurde: 19 Wohnungen sind hier in den vergangenen Monaten entstanden, 15 davon als rund 60 Quadratmeter große Zweizimmerwohnungen, drei als Vierzimmerwohnungen mit rund 90 Quadratmetern und ein 36 Quadratmeter großes Einzimmerappartement. Bei der Suche nach einem Projektierer ging man bei diesem Projekt einen anderen Weg als üblich: Interessierte sollten sich mit einem Konzept melden und einen Preis vorschlagen, für den sie die Fläche erwerben wollten. Den Zuschlag erhielten IWES und Lück Invest - das hatte auch mit dem Erhalt des ehemaligen Schulgebäudes zu tun: »Das steigerte auch die Zustimmung in der Licher Bevölkerung ganz ungemein«, erklärte Bürgermeister Dr. Julien Neubert. »Ein Schulgebäude ist immer auch eine emotionale Angelegenheit, an dem viele Erinnerungen hängen.«

Etwas Emotionales hängt auch an den Buntglasfenstern im Eingangsbereich des Gebäudes: Dieses wollte IWES-Geschäftsführer Alexander Schlamp, der ebenso wie Neubert hier die Schule besuchte, unbedingt erhalten. In der kommenden Woche sollen die bunten Fensterscheiben gereinigt werden; sie sollen dann mit ihrem besonderen Farbenspiel auch den Eingangsbereich des Wohngebäudes bereichern. Dann werden auch die letzten Arbeiten innerhalb des Gebäudes beendet sein.

»Ab dem kommenden Wochenende werden hier verstärkt die Mieter einziehen - alle Wohnungen waren schnell vergeben«, erklärt Schlamp. Die Projektierer sind sichtbar stolz auf die geleistete Arbeit: »Wir wollten hier die gleiche Qualität erreichen, wie bei anderen Wohneinheiten auch«, sagt Schlamp. Die Mühe hat sich für ihn gleich mehrfach ausgezahlt: »Das Feedback aus der Stadt ist großartig - jeder zukünftige Mieter kam mit einem Lächeln hier heraus.«

Derzeit sind Arbeiten an den Grünanlagen und in einem Begegnungsbereich im Gange; sie sollen in vier Wochen abgeschlossen sein. Zudem werden rund um die bebaute Fläche noch neun Einfamilienhäuser entstehen. An einem weiteren Gebäude mit acht Wohneinheiten für Familien laufen zudem bereits die Arbeiten - diese sollen den aktuellen Planungen nach im Frühsommer 2022 abgeschlossen werden.

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