Langjährige Außenstellenleiter der KVHS werden von Landrätin Anita Schneider (l.) geehrt.
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Langjährige Außenstellenleiter der KVHS werden von Landrätin Anita Schneider (l.) geehrt.

Für das lebenslange Lernen

Gießen/Lich (son). Die Kreis-Volkshochschule in Lich war von Anfang an auf der Höhe der Zeit und ihr manchmal sogar ein bisschen voraus. Das zeigt eine Anekdote, die der ehemalige KVHS-Leiter Günter Blümel beim Festakt im Kloster Arnsburg zum 50- jährigen Bestehen der Einrichtung zum Besten gab.

"Wir hatten Mitte der siebziger Jahre wohl den ersten PC-Kurs in Deutschland im Angebot", meinte er lächelnd. Damals hatte nämlich ein findiger Kursleiter einen Rechner enormen Ausmaßes aus Karlsruhe für die Volkshochschule des Kreises Gießen besorgt. "Das Ding wog 2,5 Tonnen, war von Siemens, und wir mussten eine Wand einreißen, um es in einem Klassenzimmer in der Busecker Gesamtschule aufstellen zu können," lachte Blümel. Aber so konnte eben der erste PC-Kurs von einer Volkshochschule angeboten werden.

Marieanne Ebsen-Lenz, bis August die Leiterin der Bildungseinrichtung, lobte das flächenweite, qualitativ hochwertige Arbeiten der Außenstellen und Kursleiter, die alle die Herausforderungen der letzten Jahre wie die stete Professionalisierung und die Verankerung eines Qualitätsmanagements mitgetragen und sich stets innovativ eingebracht hätten. Gastredner Karl Starzacher, hessischer Finanzminister a.D., warf in seiner Rede einen Blick auf das Verfahren zum Hessischen Weiterbildungsgesetz Ende der 1960er.

Umzug nach Lich ein Quantensprung

"Selten gab es im bildungspolitischen Diskurs eine solche parteienübergreifende konstruktive Zusammenarbeit und Einmütigkeit wie bei diesem Gesetz", meinte er. Alle seien sich einig gewesen, wie wichtig das lebenslange Lernen als Teil des Grundrechts auf Bildung zu werten sei, sagte der Langsdorfer. Kreistagsvorsitzender Karl-Heinz Funck machte darauf aufmerksam, dass es der ehemaligen Leiterin Helga Wolf zu verdanken sei, dass die KVHS ihr Domizil im Kreuzweg in Lich beziehen konnte. "Der Standort Lich war ein Quantensprung der Volkshochschularbeit des Landkreises", sagte Funck. Denn dort standen eigene Räume für die Bildungsarbeit zur Verfügung. Auch er lobte das Engagement aller Mitarbeiter. Derzeit sind es rund 300 Dozenten, 16 Außenstellenleiter und – nicht zu vergessen – das neunköpfige Team in Lich um Leiter Torsten Denker, die für das Bildungsangebot sorgen.

Dass dies in Zukunft gesichert sein wird, versprach Dr. Christoph Köck, Direktor des Hessischen Volkshochschulverbandes. Er brachte gute Nachrichten aus Wiesbaden mit: "Der Weiterbildungspakt mit dem Kultusministerium ist geschnürt, und die Landesförderung wird im nächsten Jahr um 40 Prozent erhöht." Er sieht die Volkshochschulen als Begleiter der Gesellschaft beim fortschreitenden Prozess von Modernisierung und Veränderung. "Bei der Zuwanderung im vergangenen Jahr haben unsere Einrichtungen nicht gejammert oder gerätselt, was sie tun können: Sie haben einfach gemacht und Deutschkurse angeboten!"

Im Rahmen der Veranstaltung wurden die Außenstellenleitungen – auch die ehemaligen – und Kursleiter für ihr erfolgreiches Engagement geehrt. Die Ehrungen nahmen Landrätin Anita Schneider und der Leiter der Kreisvolkshochschule Torsten Denker vor.

Außenstellenleiter: Edith Marie Hollbach (Buseck), Gisela Sommerlad (Buseck), Hanni Bepler-Klein (Heuchelheim), Elli Rinn (Heuchelheim), Andrea Fischer (Hungen), Anneliese Schuler (Hungen), Barbara Jachimsky (Lich), Christa Harwerth (Linden), Hans-Willi Büchler (Pohlheim), Friederike Frank (Wettenberg), Hans-Joachim Lerch (Wettenberg), Peter Kunold (Grünberg), Hannelore Landsiedel (Lollar), Ellen Rinker (Reiskirchen). Kursleiter, die mehr als zehn Jahre aktiv waren/sind: Christiane Boßmann, Frank Boßmann, Elke Christ, Michael Cyrol, Monika Dern, Andrea Dufner, Rita Gerstenberger, Ilona Hohl, Edith Marie Hollbach, Eva Klytta, Professor Dr. Erwin Leibfried, Dr. Heidrun Popovic, Vitalina Pucci, Julia-Christina Sator, Britta Schmitt, Barbara Schmitt, Gisela Sommerlad, Dietlind Stürz, Inge Thies, Magdalena Will und Silke Wöll.

Im Anschluss luden die Verantwortlichen zu einer Vernissage ins VHS-Haus in Lich ein, das seit 30 Jahren existiert. Unter dem Motto "Pointiert! Sprache und Kunst" sind dort Werke der Künstler Ernst-Moritz Engert und Wilhelm Frederking zu sehen.

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