"Langsdorfer Höhe" überlagert alles

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Lich(pm). Auf ein bewegtes Jahr mit dem alles dominierenden Thema des Logistikzentrums "Langsdorfer Höhe" blickte der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen in seiner Mitgliederversammlung zurück. Die Grünen lehnen nach wie vor dieses Projekt ab und halten eine kleinteilige Entwicklung für sinnvoller. "Ein Logistikzentrum an der Langsdorfer Höhe wird die Licher Bevölkerung in vielfacher Hinsicht stark belasten. Dies umfasst neben ökologischen und verkehrstechnischen auch ökonomische Gründe, da mögliche Folgekosten zum derzeitigen Stand nicht seriös kalkuliert werden können", so Katharina Winter.

Man sei enttäuscht vom politischen Diskurs innerhalb der Stadtverordnetenversammlung. Im Sommer habe sich abgezeichnet, dass ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung dem Logistikzentrum kritisch gegenüberstehe, weshalb die Grünen im Juli zu einer Info-Veranstaltung eingeladen hätten. Mehrmals hätte es die Möglichkeit zu einer für alle Licher akzeptablen Lösung gegeben, die aber nicht genutzt worden sei. Eine Bürgerbefragung zum Bebauungsplan hätte die angespannte Situation entschärfen können und einen echten Wettbewerb um die besten Ideen zur Zukunft Lichs ermöglicht, meinen die Grünen. Letztlich sei eine "Entscheidung auf zweifelhafter Basis" getroffen worden. "Fakt ist, dass der Magistrat im Innenverhältnis der Organe der Stadt mit der Verlängerung der Bindungsfrist seine Kompetenzen überschritten hat. Daran ändert auch die durch den Hessischen Verwaltungsgerichtshof getroffene Entscheidung nichts, dass diese Verlängerung im Außenverhältnis als wirksam zu betrachten ist", so Dr. Thomas Krauskopf. Ebenso weisen die Grünen den vereinzelt geäußerten Vorwurf zurück, sie bedienten populistische Positionen hinsichtlich ihrer Ablehnung des Logistikzentrums. "Dieser Vorwurf entbehrt jeder Grundlage. Wir haben uns im Hinblick auf das Logistikzentrum von Anfang an kritisch und ablehnend geäußert. Dies erfolgte sachlich und inhaltlich begründet", unterstrich Ulla Limberger.

Dennoch schauen die Grünen positiv auf 2020. Man freue sich auf eine gute, sachorientierte und konstruktive Zusammenarbeit mit dem neuen Bürgermeister Dr. Julien Neubert. Ebenso gebe es viele interessante Projekte, die die Grünen zusammen mit den anderen politischen Akteuren realisieren bzw. begleiten wollen. Im Fokus stehe ein Konzept für eine echte Bürgerbeteiligung und die Fertigstellung des Familienzentrums an der Asklepios-Klinik. Zudem gehe es um die nachhaltige Sicherung des Betriebs des Waldschwimmbades sowie um die Fortführung des Gemeindeschwesterprojektes. Interessante Diskussionen erhoffen sich die Licher Grünen ebenfalls im Hinblick auf die Zukunft der Straßenbeiträge.

Der neue Vorstand der Licher Grünen besteht aus Katharina Winter, Sandra Haberland, Armin Hofmann und Dr. Thomas Krauskopf. Da Bernd Fischer nach langjähriger Tätigkeit im Dezember aus dem Magistrat ausscheidet, wird Ralph Bretschneider in dieses Gremiun nachrücken. Für Bretschneider rückt Berchtold Büxel ins Stadtparlament nach.

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