Roman Geyer bei der "Coronissage" in der Savanne. FOTO: CON
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Roman Geyer bei der "Coronissage" in der Savanne. FOTO: CON

Kunst in Zeiten von Covid-19

  • vonConstantin Hoppe
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Lich(con). Kunst in Zeiten von Covid-19 - keine einfache Angelegenheit, aber durchaus ein Quell von Inspirationen: Im Licher Kulturrestaurant Savanne stand jetzt nicht etwa eine Vernissage an zur neuesten Ausstellung des Licher Künstler Roman Geyer, sondern vielmehr eine "Coronissage", wie es Geyer ausdrückte.

Unter dem Motto "Upcycling" präsentiert der Künstler eine Auswahl seiner Werke. Dabei ist der Name Programm: "Ich hole mir alte Sachen, suche mir neue Motive von heute und verbinde die mit einer Art ›montypythonschen‹ Gedanken - oder eben dem guten alten schwarzen Humor", beschreibt Geyer seine Arbeiten.

Antiquarische Postkarten finden sich ebenso als Grundlage seiner Arbeiten wie große Schlafzimmerbilder, sogenannte Handtuchformate, oder Original-Radierungen aus dem 18. Jahrhundert. Geyer stellt in den Arbeiten immer einen anachronistischen Bezug zwischen gestriger Verklärung und der derzeitigen grotesken Realität her.

"Alte Schinken" werden mehr oder weniger auffällig in einen immer überzeichneten, neuen Kontext gesetzt. So finden sich beispielsweise auf idyllischen Landschaftsmotiven aus dem 19. Jahrhundert überfüllte Mülltonnen, Smartphones oder Flugzeuge ein.

Ein gutes Beispiel dafür, wie das Coronavirus auch die Inspiration beflügeln kann, erwartete die Besucher der "Coronissage" direkt vor dem Restaurant: In den vergangenen zwei Wochen schuf Roman Geyer gemeinsam mit Karl Anton Koenigs einen "Corona-Pre-Scanner": In dem großen Roten Kasten erwartete die Besucher eine kurze Animation (der sogenannte Corona-Scan) inklusive Hinweise auf die Desinfektion der Hände und bereitliegendem Mund-Nase-Schutz zum Mitnehmen.

"Es ist eben Kunst. Was da passiert, muss jeder selbst erfahren", beschreibt Geyer den "Pre-Scanner". Das jeder Besucher der "Coronissage" den Scanner einmal durchlaufen musste, versteht sich ja beinahe von selbst.

Die Ausstellung ist bis 5. September jeweils dienstags bis sonntags von 17 bis 24 Uhr geöffnet.

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