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Kulturtage-Auftakt nach Maß in Lich

Lich (nab). Ein Lyrikrevue des Oliver Steller Quintetts hat am Donnerstagabend die 13. Licher Kulturtage eröffnet. Schon lange war die Show mit dem Liedermacher und Rezitator ausverkauft, und so verfolgten mehr als 200 Zuhörer im Kino Traumstern den Auftakt des Licher Kulturreigens.

Innerhalb von zweieinhalb Wochen laden unter dem Motto »schwarz auf wei? über 50 Veranstaltungen – Konzerte, Theateraufführungen, Lesungen, Vorträge, Workshops und Ausstellungen – dazu ein, Kunst und Kultur in Lich zu entdecken. Veranstalter ist die Kulturwerkstatt Lich, die sich aus 25 Akteuren wie Vereinen, Initiativen, Kirchengemeinden, Personen, der Kulturgenossenschaft und dem Magistrat zusammensetzt und an 16 verschiedenen Orten die Kulturveranstaltungen organisiert. »Gerade die Mischung aus regionalen und überregionalen Künstlern bietet für viele Menschen von außerhalb einen Reiz, nach Lich zu kommen«, sagte Peter Damm, Kulturkoordinator und Vorstandsmitglied des Vereins »künstLich«. Auch Prominenz habe in den vergangenen 13 Jahren den Weg nach Lich gefunden, darunter Wolfgang Niedecken, Wim Wenders, Ernesto Cardenal, die Band Sparks und im vergangenen Jahr Kathrin Bauerfeind. Viel zu bieten habe das Programm auch in diesem Jahr.

Dass Kultur wichtig für die Gesellschaft ist, verdeutlichte Bürgermeister Bernd Klein: »Kultur ist die Seele des Lebens und muss gepflegt werden. Ich bin stolz darauf, dass die Kulturwerkstatt eine so wichtige Arbeit leistet.« Edgar Langer vom Kino Traumstern wies zudem auf die neu gegründete Kulturgenossenschaft Lich hin, die langfristig die Kulturarbeit unterstützen soll.

Schaurig-schön und gewagt

Zum Auftakt der Kulturtage stand mit Steller ein alter Bekannter auf der Traumstern-Bühne. Schon häufig war er in den vergangenen zwei Jahrzehnten in Lich zu Gast. Nur wenige Konzerte gibt das Quintett zum Bühnenjubiläum, und die Zuhörer in Lich kamen am Donnerstagabend voll auf ihre Kosten und genossen »Das Beste aus 20 Jahren«. Wieder einmal zeigte Steller, dass er es versteht, mit seiner Art Literatur Frische und Leichtigkeit einzuhauchen – ganz gleich, ob die Wörter dabei gesprochen oder gesungen werden. Eine Akustiknummer machte die Band aus Goethes »Ich ging im Walde«, interessant-gewagt bot der 47-Jährige Rilkes »Panther« und Tucholskys »Der andere Mann«.

Schaurig-schön war Goethes Erlkönig-Ballade anzuhören.

Für die Mischung aus Poesie und Musik sorgten Profimusiker: Jazzmusiker Dietmar Fuhr (Kontrabass), Friso Lücht (Keyboard) der unter anderem mit Marius Müller-Westernhagen unterwegs war, Bernd Winterschladen (Saxofon), der in der Harald-Schmidt-Show spielte und Holger Mertin (Percussion), der zusammen mit dem Pantominen Milan Sladek auftrat.

Man darf gespannt sein, welche Momente die 13. Licher Kulturtage bis zum 22. März noch zu bieten haben. Das Programm gibt’s im Netz unter www.kultur-lich.de .

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