+
Pizzabäcker Rossini bekommt Besuch von einem Holzbläserquintett. Die Musiker erklären und verraten dem neugierigen Feinschmecker das große Geheimnis ihrer Instrumente. Aufgeführt wird das Familienkonzert am 8. September in Arnsburg.

Klangreise für marodes Klosterdach

  • schließen

Lich (con). Das Kloster Arnsburg ist ein wahres Juwel im Landkreis Gießen - jedes Jahr besuchen unzählige Besucher, Gruppen oder Hochzeitspaare die Klosterruine, um dort Fotos zu machen oder in die Geschichte abzutauchen. Doch der Erhalt des historischen Gemäuers erfordert nicht nur viel Aufwand, sondern auch große Geldbeträge. Derzeit stehen Arbeiten am Dach des Dormitoriums an. "Das stellt den Verein vor große Herausforderungen - gerade der finanzielle Aspekt ist immer schwierig und nur durch Eigenleistungen des Vereins möglich", erklärte Landrätin Anita Schneider als Vorsitzende des Freundeskreis am Montag vor Pressevertretern. Deshalb hat sich der Verein Unterstützer gesucht, um mit deren Hilfe Benefizveranstaltungen zu organisieren.

Kosten gehen in Hunderttausende

Mit "Wie Rossini den Waldhörnern das Singen beibrachte" steht als erste Veranstaltung am Sonntag, 8. September, ab 16 Uhr eine musikalische Klangreise für große und kleine Zuhörer ab acht Jahre in der Klosterruine auf dem Programm. Präsentiert wird das Konzert rund um den Pizzabäcker Rossini (gespielt von Hausbariton Tomi Wendt) vom Stadttheater Gießen. Dabei erfahren die Besucher viel über die namensgebenden Hörner. Mit Gießkannen, Wasserschläuchen und anderen Alltagsgegenständen veranschaulichen die Musiker das Thema mit Witz und Einfallsreichtum und widmen sich vielen spannenden Fragen rund um das Thema Musik und Blechblasinstrumente.

Die Konzerteinnahmen kommen dem Freundeskreis Kloster Arnsburg zugute. Allein die Kosten für die Dachsanierung des Dormitoriums werden mit 300 000 Euro veranschlagt - im ersten von drei Bauabschnitten. Unter anderem stehen die Instandsetzung der Dachkonstruktion sowie die Neudeckung mit Biberschwanzziegeln an. Mit 90 000 Euro unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Arbeiten, weitere 5000 Euro kommen vom Landkreis Gießen und mit 120 000 Euro unterstützt das Land Hessen die Sanierungsarbeiten. Für den Freundeskreis bleibt eine Eigenleistung in der stolzen Höhe von 74 850 Euro. "Wir haben uns bewusst für ein Familienkonzert entschieden", erklärte Schneider. "So erreichen wir vielleicht Personen, die das Kloster sonst nur am Rande kennen". Somit will man auch versuchen, neue Mitglieder für den Freundeskreis zu gewinnen und diesen somit zu verjüngen. "Wir wollen auch zeigen, dass es sich lohnt, für das Kloster hier einzustehen und zu spenden". Noch nie in der Vereinsgeschichte wurden Arbeiten so intensiv mit einem Programm begleitet wie die jetzt anstehenden. Weitere Termine in Planung.

Eintrittskarten (12 Euro/Erwachsene, 3 Euro/Jugendliche; für Kinder unter acht Jahren frei) gibt es im Haus der Karten und in der Touristikinformation der Stadt Gießen sowie Sa./So. zwischen 12 und 18 Uhr in Arnsburg (Eingangskasse der Klosterruine). Tickets können auch bestellt werden per E-Mail an freundeskreis@kloster-arnsburg.de oder unter Tel. 0 64 04/6 21 98 (nur dienstags und freitags). Das Konzert wird bei gutem Wetter auf der Bühne in der Ruine stattfinden, bei Regen wird man allerdings ins Dormitorium umziehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare