sued_birklar_100421_4c_1
+
Umfangreiche Sanierungen stehen an der Birklarer Kirche an.

Kirche bekommt ein neues Dach

  • vonMonika Jung
    schließen

Lich (moj). Auf dem Dach der Birklarer Kirche hatten sich im Jahre 2018 etliche Schieferplatten gelöst. Durch die eingedrungene Feuchtigkeit befindet sich seitdem die Holzkonstruktion von Turm und Kirche in einem sehr schlechten Zustand. Es bestand also dringender Handlungsbedarf. Jetzt hat die Sanierung des Kirchturms begonnen.

Aufgrund der Schäden musste der Bereich des Friedhofs unterhalb des Turmes gesperrt werden. Zuletzt wurde die Kirche 1969 mit Schieferplatten gedeckt. Nun ist das Dach stark geschädigt und weist viele Fehlstellen auf, sodass die komplette Fläche neu geschiefert werden muss.

Etliche Wochen kein Geläut

Die Schäden am Dach und an der Holzkonstruktion wurden in einer umfassenden Untersuchung ermittelt, mit dem Ergebnis, dass eine Instandsetzung erfolgen muss. Die Maßnahmenplanung, Koordination und Bauleitung erfolgt durch das Architekturbüro Seidel und Muskau aus Wettenberg. Der örtliche Kirchenvorstand beschloss im Oktober die Antragstellung an die Kirchenleitung zur Durchführung der Reparaturen. Die Genehmigung erfolgte durch die Kirchenbauverwaltung der EKHN in Friedberg.

In zwei Bauabschnitten werden die Gesamtarbeiten erfolgen. Hauptgewerke sind die Erneuerung der Dachfläche und die Reparatur der Holzkonstruktionen inklusive der benötigten umfangreichen Baugerüste.

Als erste Maßnahme wird ein Dachdeckerbetrieb die Schieferdeckung und die Schalung des Turmes abnehmen. Anschließend erfolgt die aufwendige Reparatur der Holzkonstruktion durch eine Zimmermann-Fachfirma.

Desweiteren sind Maurer-, Elektro-, Schlosser-, Entwässerungs-, Blitzschutz-, Turmuhren-, Wetterfahnen- und Malerarbeiten auszuführen. Als Gesamtkosten wurden rund 777 000 Euro ermittelt. Sie gliedern sich in 393 000 Euro für den ersten Bauabschnitt und 384 000 Euro für den zweiten Abschnitt.

Die Finanzierung ist genehmigt. Die Kirchengemeinde Birklar muss für diese Maßnahme rund 155 000 Euro aus Eigenmitteln aufbringen, dazu ist eine Kreditaufnahme nötig.

Wenn alles nach Plan läuft, ist im Herbst die Turmfläche wieder verschalt und neu geschiefert. Der Abbau des Gerüsts würde im Dezember erfolgen, sodass bis Weihnachten 2021 die Arbeiten des ersten Bauabschnittes beendet sein könnten. Die Birklarer werden also etliche Wochen auf die Turmuhr und das Geläut verzichten müssen.

Das Innere der Kirche wird nicht beeinflusst, dort sind keine Arbeiten geplant. Gottesdienste sind also, wenn sie nicht aus Pandemie-Gründen abgesagt werden müssen, auch während der Bauzeit weiter möglich.

Die historische Kirche wurde 1819 an Stelle einer Vorgängerkirche auf dem alten Kirchhof in Birklar errichtet. Die Materialien kaufte die Gemeinde aus dem Abbruch der Bibliothek des Klosters Arnsburg. Der Neubau wurde ein Geschoss niedriger und auch in Länge und Breite verkürzt. Aus dem eingesparten Baumaterial errichtete man den Turm. Das Gebäude ist ein zweigeschossiger, quadratischer Saalbau. Das Kirchenschiff besteht aus massivem Bruchsteinmauerwerk. Die Dachkonstruktion ist als Walmdach mit umlaufender Mansarde ausgebildet.

Die Kirche ist mit dem südlichen Haupteingang genau auf die Hundsgasse ausgerichtet. Gegenüber steht der quadratische Turm. Er verfügt über drei Geschosse aus Mauerwerk und einem zweigeschossigen hölzernen Aufbau mit einer kuppelförmigen Turmhaube. Darin befinden sich die Glockenstube und die Turmuhr mit vier Zifferblättern.

Alle Dachflächen sind mit Naturschiefer gedeckt. Das Innere der Kirche ist auffallend schlicht und entspricht der protestantischen Vorstellung einer Predigtkirche. Bemerkenswerte Details sind die abgerundete, 1820 von Johann Conrad Bürgy (Schaffhausen) erstellte Orgelempore, die wertvolle Orgel und die dreiseitige, auf hölzernen Pfeilern errichtete Männerbühne.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare