Die Kinokneipe "Statt Gießen" in Lich wird von der Kulturgenossenschaft ehrenamtlich gemanagt. Doch langsam wächst die Arbeit dem Vorstand über den Kopf. Deshalb wird ein Pächter gesucht. FOTO; US
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Die Kinokneipe "Statt Gießen" in Lich wird von der Kulturgenossenschaft ehrenamtlich gemanagt. Doch langsam wächst die Arbeit dem Vorstand über den Kopf. Deshalb wird ein Pächter gesucht. FOTO; US

Pächter gesucht

Kinokneipe in Lich in gute Hände abzugeben

  • Ursula Sommerlad
    vonUrsula Sommerlad
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2015 hat die Licher Kulturgenossenschaft das Kinogebäude in der Gießener Straße übernommen. Nun wird ein besonderer Pächter für die Kinokneipe gesucht.

2015 hat die Licher Kulturgenossenschaft das Kinogebäude in der Gießener Straße übernommen. Seit mehr als vier Jahren betreibt sie auch die Kinokneipe. Jetzt stößt das ehrenamtliche Engagement an seine Grenzen. Gesucht wird ein besonderer Pächter für ein besonderes Lokal.

Ehrenamt gerät an Grenzen

Die Gastronomie ächzt unter der Corona-Krise. Doch die Verantwortlichen der Kinokneipe "Statt Gießen" blicken zufrieden auf die vergangenen Monate zurück. "Der Sommer war gut", sagen Ulla Limberger und Sabine Wagner vom Vorstand der Licher Kulturgenossenschaft und verweisen auf schwarze Zahlen. "Man sieht, dass die Kneipe mit dem richtigen Konzept gut laufen kann." Jetzt suchen sie Pächter, die den positiven Trend weiter tragen wollen.

Ehrenamtlich, wie zuletzt, lassen sich die Geschäfte der Gaststätte nicht dauerhaft führen. "Langsam geht das nicht mehr", sagt Sabine Wagner, die sich im Hintergrund um Personal und Finanzen kümmert, zusätzlich zu ihrem Job in der Schule. Ulla Limberger, ebenfalls eine gastronomische Quereinsteigerin, managt Einkauf, Personal und steht manchmal hinter der Theke. Sie kommt so eigenen Angaben zufolge locker auf den Umfang einer Halbtagsstelle. So geht das nicht weiter. "Es muss definitiv ein Pächter gefunden werden", sagen die beiden und haben auch eine zeitliche Vorstellung: "Zum 1. Januar."

Aushilfskräfte halten Betrieb aufrecht

Die 2014 gegründete Kulturgenossenschaft hat die Traumstern-Immobilie 2015 im Zuge eines über 20 Jahre laufenden Mietkaufvertrags von der Stadt Lich übernommen. Ein Viertel der vereinbarten Summe ist bereits abgezahlt. Die Kinokneipe, die zur Zeit mit einer Handvoll Aushilfskräfte betrieben wird, spielt in der Kalkulation keine unwichtige Rolle. Unter anderem mit den Einnahmen aus der Gastronomie wird die Miete an die Stadt beglichen.

Aus unterschiedlichen Gründen waren zwei Pachtverhältnisse in der Anfangszeit nicht von langer Dauer. Seit April 2017 führt die Kulturgenossenschaft die Kneipe in eigener Regie, jetzt stößt dieses Modell an seine Grenzen. Der "besondere Ort" , wie Wagner ihn nennt, ist deshalb in gute Hände abzugeben.

Das Besondere ist das Publikum

Kein leichtes Unterfangen mitten in der Pandemie. Aber Wagner zeigt sich optimistisch. "Man kann unglaublich viel daraus machen. Aber man muss dafür brennen. Sonst wird das nichts."

Das Besondere an der Kinokneipe ist das ganz unterschiedliche Publikum. Es kommen Stammtische aus Lich und Kinogänger von auswärts, im Sommer ist der Biergarten beliebter Anlaufpunkt für Radfahrer. Zudem habe die spanische Küche, die im "Statt Gießen" seit dem Frühjahr serviert wird, neue Impulse gesetzt. "Es gab zwei sehr erfolgreiche Paella-Abende", erzählt Limberger. Seither bekomme die Kulturgenossenschaft vermehrt Anfragen von spanischen Musikern, die in Lich auftreten wollen.

Neustart mitten in der Pandemie

Der Kulturförderverein künstLich ist in der Gastronomie ebenfalls regelmäßig mit Veranstaltungen präsent. Mit dieser kreativen Gemengelage müssten künftige Pächter nicht nur klar kommen, sie müssten auch Spaß daran haben, sagt Wagner. "Mit den richtigen Ideen kann man hier eine ganze Menge aufbauen." Etablierte, erfahrene Gastronomen mit Lust auf ein zweites Standbein kann sich der Vorstand als Pächter genauso gut vorstellen wie junge Leute, die sich mit Elan etwas aufbauen wollen.

Der Vorstand der Kulturgenossenschaft weiß, dass der Zeitpunkt mitten in der Pandemie für einen Neustart in der Gastronomie nicht gerade ideal ist. Deshalb sind die Licher gesprächsbereit und für viele Vorschläge offen, wie Sabine Wagner sagt. "Wir haben selbst ein großes Interesse daran, dass der Laden läuft."

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