Förderrichtlinien

Kein Geld der Stadt für Licher Basketballer

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Die Licher Basketballer sind im Sport, was die Brauerei in der Wirtschaft ist: ein Aushängeschild für die Stadt im Herzen der Natur. Dennoch lehnt ein Fachausschuss einen jährlichen Zuschuss ab.

Die Licher Basketballer sind im Sport, was die Brauerei in der Wirtschaft ist: ein Aushängeschild für die Stadt im Herzen der Natur. Keine Frage also, dass die Kommune die Sportler finanziell unterstützen möchte, wenn diese Geld benötigen. So wie andere Vereine auch. Dennoch hat der Ausschuss für Soziales, Kultur, Fremdenverkehr und Sport einen Förderantrag der Basketballer am Montagabend abgelehnt. Grund dafür sind die aktuellen Förderrichtlinien.

Fitnessraum ist nur angemietet

Es geht um einen jährlichen Zuschuss von 500 Euro für den Fitnessraum der Basketballer, konkret für die Instandhaltung, Wartung und TÜV-Prüfung der dortigen Geräte, wie Vorsitzende Annette Gümbel in ihrem Antrag auf Förderung schreibt. Das Problem: Besagter Raum ist weder in städtischem Besitz, noch gehört er dem Verein. Er wurde von den Basketballern angemietet und befindet sich in der Anna-Freud-Schule.

Voraussetzungen nicht erfüllt?

Die Förderrichtlinien der Stadt sehen unter Abschnitt XII/c zwar die Möglichkeit eines jährlichen Zuschusses von 500 Euro vor. Allerdings wurde dieser bisher so ausgelegt, dass die finanzielle Unterstützung nur Antragstellern gewährt wird, die eine vereinseigene Sporteinrichtung auf vereinseigenem beziehungsweise durch Erbbaurecht gesicherten Grundstück unterhalten oder auf einer städtischen Liegenschaft ansässig sind.

Da dies bei den Basketballern nicht der Fall ist, erfüllt ihr Antrag aus Sicht des Magistrates die notwendigen Voraussetzungen nicht, weshalb das Thema überhaupt auf dem Tisch der Stadtverordneten landete, deren Zustimmung es in solchen Angelegenheiten eigentlich nicht bedarf.

Einmalige Finanzhilfe möglich

Grundsätzlich bestand unter den Mandatsträgern Einigkeit darüber, dass man die Basketballer unterstützen sollte. Bedenken wurden allerdings ob der fehlenden Voraussetzungen geäußert und weil - im Falle eines positiven Beschlusses - sich andere Vereine darauf berufen könnten.

Manfred Weber (SPD) schlug vor, dass die Basketballer einen neuen Antrag stellen sollten und zwar für einen einmaligen Investitionszuschuss. Dies gäben die Förderrichtlinien her. "Ich will hier keinen Präzedenzfall schaffen, der für böses Blut bei den Vereinen sorgt", meinte Alexander Abert (CDU). Er fand außerdem, dass der Antrag nicht in den Sozial-, sondern in den Haupt- und Finanzausschuss gehöre und empfahl, nicht darüber abzustimmen.

Bürgermeister Bernd Klein konterte: "Es geht hier um Sportförderung, deshalb ist der Antrag hier richtig." Der Verwaltungschef warf die Frage auf, ob die Richtlinien noch aktuell sind und riet dem Gremium, sich damit inhaltlich auseinanderzusetzen. Weber schlug daraufhin vor, den Magistrat mit der Erarbeitung neuer Richtlinien zu beauftragen. Doch wie sollen die aussehen? "Es wäre wichtig, dass Sie dem Magistrat sagen, in welche Richtung es gehen soll", erwiderte der Bürgermeister.

Mandatsträger stehen vor Problem

Was also tun? Die Mandatsträger schienen mit der Situation überfordert. "Wie bekommen wir dass am sinnvollsten hin", fragte Ilka Gütlich (FW). Eine Arbeitsgruppe gründen, schlug Klein vor. Mit Vereinsvertretern reden, bei anderen Kommunen anklopfen, sich ein Bild machen. Um schließlich den Stadträten zu sagen, was gewünscht wird.

Am Ende der Ausschusssitzung votierten sechs Mandatsträger für die Ablehnung des Förderantrags, drei Ausschussmitglieder enthielten sich (FDP, Grüne, SPD). Die Gründung einer Arbeitsgruppe allerdings steht noch aus. (Archivfoto: Friedrich)

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