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Die Wiese für den Neubau im Blick: Peter Blasini, Direktor der Dietrich-Bonhoeffer-Schule Lich.

»Katastrophale Raumsituation«

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Lich (tb). »Es geht in erster Linie darum, der Schülerschaft gerecht zu werden« - ein Satz, der für Alexander Schlamp, stellvertretender Vorsitzender des Elternbeirats der Dietrich-Bonhoeffer-Schule (DBS), die Sache auf den Punkt bringt. Die politischen Aspekte sollten da hinten anstehen. Ebenso die »atmosphärischen Störungen« zwischen Schulleitung und Schuldezernentin.

Für den Elternvertreter geht es darum, die »katastrophale Raumsituation« an der Gesamtschule zu verbessern. Zeitnah und nicht erst 2023, wie in der Investitionsplanung des Kreises ausgewiesen, sollte dafür der Mensawürfel gebaut werden. Dass derzeit bis zu 100 Kinder in der Pausenhalle essen müssten, habe mit guter Ganztagsbeschulung nichts zu tun. Einhergehen sollte das mit einer Aufstockung für dringend benötigte vier Klassenräume.

Dass diese Forderungen von der Schulgemeinde in Gänze geteilt werden, das betonten Thimo Urban (Personalrat) und DBS-Direktor Peter Blasini gestern vor der Presse. Letzterer spickte seine Erklärungen mit herber Kritik an der im Mai aus dem Amt scheidenden Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl (Grüne).

Ihr warf Blasini »Ignoranz« und »falsche Entscheidungen« vor. Beispiel: Auf Hinweise auf den Bevölkerungszuwachs in Lich, auf die Nachfrage aus Steinbach, Holzheim und Garbenteich gebe sie seit 2017 immer die gleiche Antwort: »Kein Bedarf für weitere Klassenräume.« Im Regelbetrieb aber könne sich jeder ein Bild von der »katastrophalen Situation« machen: »Volle Klassen, keine Differenzierungsräume, eine Pausenhalle als Mensa usw.«.

Keine Rückmeldung

Im nächsten Schuljahr werde man an der 800-Schüler-Marke kratzen. 31 Klassen- und ein PC-Raum seien da schlicht zu wenig, mit den vier weiteren wäre man dagegen die nächsten 20 Jahre gut aufgestellt. Dass Klassengröße und Unterrichtsqualität nicht zu trennen seien, auch darin waren sich Sprecher von Eltern, Schulleitung und Kollegium einig. Was die Verärgerung noch gesteigert hat: Blasini zufolge hatte der Kreis um Juli 2020 avisiert, neben der Pausenhalle endlich die Mensa zu bauen. Samt der Option, diese bei Bedarf an Klassenräumen in den nächsten Jahren aufzustocken. »Die Planung sollte zeitnah beginnen, im Herbst 21, Frühjahr 22 sollte das fertig sein.« Da kostengünstiger, habe er vorgeschlagen, beides zugleich zu erledigen.

Eine Rückmeldung vom Kreis habe er nicht erhalten, vielmehr im Herbst aus der Presse erfahren müssen, dass für 2021/22 jetzt doch kein Geld etatisiert sei, die Umsetzung »bei Bedarf« erst 2023 erfolgen solle. Worauf Elternbeirat, Personalrat und er (Blasini) in einem Schreiben an den Kreis und die Parteien aufs Neue die katastrophale Situation geschildert hätten. Ergebnis: Nennung »zu geringer« Zahlen zu den Übergängen der Grundschulen auf die DBS durch Schmahl, erneute Verneinung eines Raumbedarfs vor dem Kreistag. Dessen Mehrheit habe schließlich den FDP-Antrag abgelehnt, für die Neubauplanung 200 000 Euro in den Etat 2021 sowie drei Millionen für die Umsetzung im Jahr 2022 einzustellen.

Dass die Eltern dennoch auf eine zeitnahe Erfüllung ihrer Forderung hoffen, machte wiederum Schlamp deutlich. Dass der Termin 14. März da eine Rolle spielt, ist anzunehmen.

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