Wer das Haus verlässt, zieht besser Gummistiefel an, denn der Straßenbau am Breuerbergsweiher in Lich lässt weiter auf sich warten. FOTO: US
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Wer das Haus verlässt, zieht besser Gummistiefel an, denn der Straßenbau am Breuerbergsweiher in Lich lässt weiter auf sich warten. FOTO: US

Innen hui, außen pfui

  • Ursula Sommerlad
    vonUrsula Sommerlad
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Lich(us). Für gut 40 Familien ist der Traum vom Eigenheim am Stadtrand von Lich wahr geworden. Ihre schicken neuen Häuser haben sie schon vor zwei, drei Jahren bezogen. Aber wenn sie vor die Haustür treten, sollten sie besser Gummistiefel parat haben. Bei Schmuddelwetter wie in der vergangenen Woche bilden sich dort immer wieder schlammige Pfützen, denn der Endausbau der Straße lässt auf sich warten. Und in den kommenden Monaten wird sich daran auch nichts ändern. Denn die Straße muss erst dann fertig ausgebaut werden, wenn auch die letzten Grundstücke bebaut sind. So steht es im städtebaulichen Vertrag, den die Stadt Lich mit dem privaten Investor abgeschlossen hat.

Noch nicht alle Grundstücke bebaut

Genau auf diesen Passus beruft sich auch Jörg Fischer, der Geschäftsführende Gesellschafter der JFP Fischer Projekt GmbH, die das Baugebiet Breuerbergsweiher erschlossen und vermarktet hat. Sein schriftlicher Bericht zur aktuellen Situation wurde kürzlich an die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses ausgehändigt. Angefragt hatte ihn die CDU-Fraktion. Die Christdemokraten hatten nicht nur nach der Fertigstellung der Straße gefragt, sondern auch nach den Plänen für den Mehrgenerationenspielplatz, den der Investor laut städtebaulichem Vertrag ebenfalls anlegen soll.

Wie Fischer in seinem Bericht erläutert, muss die Straße laut Vertrag drei Monate nach der Fertigstellung des letzten Gebäudes am Breuerbergsweiher endausgebaut sein. Diese Voraussetzung sei aber noch nicht gegeben, einige Grundstückskäufer seien ihrer Bauverpflichtung bis zum Sommer 2020 nicht nachgekommen.

Fischer schlägt nun vor, dass er die Grundstücke zurückfordert, sie an neue Käufer veräußert und mit ihnen eine unverzügliche Bauverpflichtung vereinbart. Damit verbunden könnte auch der Straßenendausbau erfolgen. Der Auftrag dafür sei bereits vergeben. Eine verbindliche Zusage über den Zeitpunkt könne momentan noch nicht gegeben werden.

Wie Bürgermeister Dr. Julien Neubert auf Nachfrage bestätigte, wäre die Stadt mit dieser Vorgehensweise, also Rückforderung und neuerlicher Verkauf mit unverzüglicher Bauverpflichtung, einverstanden. Neubert weist allerdings darauf hin, dass Fischer bereits im vergangenen Frühjahr den Endausbau für die erste Jahreshälfte 2021 in Aussicht gestellt hat. "Ich gehe davon aus, dass diese Aussage weiter gilt."

Die zweite noch unerledigte Baustelle ist der Mehrgenerationenspielplatz. Laut Fischer ist hier ein besonderes Projekt angedacht. Der Platz soll im Zuge eines schulischen Weiterbildungsprojekts an einer Meisterschule entworfen werden. Fischer schreibt, dass er aktuell auf die Planung warte. Sobald diese samt Kostenermittlung vorliege, werde er das Konzept der Stadt vorstellen und, Zustimmung vorausgesetzt, realisieren.

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