Malen mit Ölfarben - das ist Madeleine Solms Leidenschaft. "Das ist spannender als mit Acrylfarben", sagt die 84-Jährige. FOTO: NAB
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Malen mit Ölfarben - das ist Madeleine Solms Leidenschaft. "Das ist spannender als mit Acrylfarben", sagt die 84-Jährige. FOTO: NAB

Hansi Flick im Großformat

  • Nastasja Akchour-Becker
    vonNastasja Akchour-Becker
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Lich(nab). Es ist vor allem Karl Anton Koenigs zu verdanken, dass man wieder Gemälde seiner Großmutter sehen kann. Der umtriebige Künstler und Gesellschaftsfotograf, der auch zum Planungsstab von Kunst in Licher Scheunen gehört, schlug seiner Oma die Schau in der "Savanne" vor. Denn schließlich hatte Madeleine Solms schon länger nicht mehr ausgestellt und so manches Werk wie eine Detailaufnahme des Brückenkopfs in Kloster Arnsburg neu angefertigt.

Kloster Arnsburg ist der Ort, in dem Madeleine Solms seit 30 Jahren lebt und ihr Atelier hat. Dabei kam Solms erst spät wieder zur Malerei. Nach dem Abitur studierte sie an der renommierte Kunstakademie Julian in Paris. 1959 heiratete sie Otto Graf zu Solms-Laubach. "Dann habe ich erst mal zehn Kinder bekommen", sagt sie während der Vernissage und schmunzelt. Eines davon ist Karl-Georg Graf zu Solms-Laubach, das Oberhaupt des Hauses Solms-Laubach und Herr des Laubacher Schlosses.

Nach dem frühen Tod ihres Mannes, der mit nur 46 Jahren starb, zog sie die Kinder allein groß. "Als mein jüngster Sohn außer Haus war, habe ich zwei Jahre lang die Abendschule im Städel besucht", erläutert Solms ihre Rückkehr zur Kunst.

Ihre Werke sind vielfältig, doch alle fertigt sie mit Öl auf Leinwand oder Holz an. "Das ist spannender als mit Acrylfarben", berichtet sie. Bei ihren Porträts setzt sie auf realistische Darstellung - zu sehen sind in der "Savanne" beispielsweise neben einem Selbstporträt auch die schwedische Sängerin Karin Pagmár oder Picassos Ehefrau Olga.

Merkel und Söder auf dem Chiemsee

Wenn man Solms über Olga Picasso reden hört, die sich vom großen Maler scheiden ließ, weil er sie betrogen hatte, schimmert ihr liebenswürdiger Humor durch. So auch bei dem Gemälde von Kanzlerin Angela Merkel und Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder, das jener Fotografie nachempfunden ist, die im Juli 2020 bei einer Bootsfahrt der beiden auf dem Chiemsee entstanden ist. Deutlich ernster kommt da Solms Werk zum französischen Wahlkampf daher, das protestierende Sozialisten in der Vorstadt zeigt, oder das Motiv aus dem syrischen Bürgerkrieg, das zeigt, wie ohne Narkosemittel behandelt werden muss.

Majestätisch streift hingegen das Wisent durch den Wald im Sauerland und ebenso gehört der Arnsburger Garten zu den Motiven ihrer Gemälde. Doch damit ist noch nicht Schluss: Auch mit weiblichen Akten kommt sie dem Dargestellten ziemlich nahe. Und schonungslos zeigt sie eine kaum beschönigende Darstellung ihrer Malhand. Die linke Hand, die sie ganz intuitiv zum Malen benutzt, auch wenn sie als Kind zur Rechtshänderin umerzogen wurde.

Schmunzeln muss man über das großformatige Gemälde von Hansi Flick. Auch das ist aus aktuellem Anlass entstanden. Solms, die mit Fußball überaus viel anfangen kann, lässt Flick auf der Leinwand von seinen Spielern hochleben. Vor einem Monat erst hatten Münchner in einer denkwürdigen Nacht in Lissabon ihr historisches Triple vollendet und nach Meisterschaft und Pokal auch den Champions-League-Titel gewonnen.

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