Grünes Licht für Markt-Neubau in Licher Innenstadt

Lich (nab). Ein quasi in einen Hügel hinein gebauter Rewe-Markt mit Klassenzimmern für die Dietrich-Bonhoeffer-Schule (DBS) und Wohnräumen auf dem Dach – dies könnte es bald am Rand der Licher Altstadt geben.

Am Dienstag haben sich die Mitglieder des Ausschusses für Bauen, Umwelt und Verkehr bei einer Enthaltung für einen Bebauungsplan "In den Turmgärten" ausgesprochenNeben dem Neubau des Rewe-Marktes sieht der bisherige Plan für die 16 300 Quadratmeter große Wiese zwischen Kirchhofgasse, DBS und der Straße Am Wall auf der westliche Seite ein allgemeines Wohngebiet "60+" mit barrierefreien Zugängen vor sowie auf der östlichen Seite bis an die Kirchhofgasse einen Parkplatz für Reisebusse, Anwohner und Besucher, erläuterte Hendrik Christophel von der Planungsgruppe Prof. Dr. Seifert (Linden).

Einzelne Zuhörer eher kritisch

Das Gebäude des neuen Rewe-Marktes soll zweistöckig werden, wobei im oberen Bereich sieben bis acht Klassenräume sowie 24 Wohneinheiten entstehen könnten, erläuterte der Planer. Die Parkplätze für die Wohnheiten lägen höhengleich mit dem Lebensmittel-Vollsortimenter.

Bürgermeister Bernd Klein betonte, dass sich "eine städtebaulich einmalige Chance" für die Neuordnung der Innenstadt biete. Diese entwickle sich mit dem Neubaugebiet Am Breuersbergweiher inklusive der möglichen Nutzung des Geländes der ehemaligen Feldscheune als Seniorenzentrum nach Norden hin bis zur Einfahrt zum Waldschwimmbad. Gleichzeitig würden der Raumnot der Schule sowie den Parkraumenpässen bei Veranstaltungen in Bürgerhaus, Kino oder DBS-Sporthalle entsprochen.

Andrea Kaup (FDP) enthielt sich der Abstimmung und kritisierte, dass noch keine Pläne vorgestellt wurden, die darüber Aufschluss geben, was mit dem Gebäude des bisherigen Rewe-Marktes geschieht.

Gut 30 Zuhörer waren zugegen, um die Ausführungen zu verfolgen. Anlieger kritisierten vor allem, dass Kinder auf der Wiese Fußball spielen, angesichts der "wenig intakten Spielplätze" in der Kernstadt. Ein andere Anwohnerin sagte: "Jetzt ist es schön grün, am Ende ist alles zugepflastert und aus Beton.

" Klaus Rohletter vom Vorstand des Bauunternehmers, der Limburger Albert Weil AG, die auch das neue Parkhaus am Gießener Bahnhof gebaut hat, betonte, dass bisher nur Ideen vorgestellt werden. Die Planungshoheit liege bei der Stadt.

Klein regt Mitgestaltung an

Bürgermeister Klein forderte Bürger und Gewerbetreibende auf, sich an der Konzeptentwicklung zu beteiligen.

Gekauft hat die Firma Weil die Wiese vom Landkreis Gießen. "Zudem verkaufen wir noch ein zweites Grundstück, auf dem ein Schulgebäude errichtet werden soll, das wir dann mieten wollen", berichtete Kreis-Schuldezernentin Dr. Christian Schmahl auf Nachfrage der Gießener Allgemeinen Zeitung. "Mieten deshalb, weil die Schule die zusätzlichen Räume vermutlich nicht auf Dauer benötigt."

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare