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Das Großstadtkind und das Leben auf dem Muschenheimer Bauernhof

  • Ursula Sommerlad
    vonUrsula Sommerlad
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M oritz ist ein Großstadtkind. Wie schön es auf dem Land sein kann, hat er kürzlich erfahren, als er seine Großeltern in Muschenheim besuchte. Bei einer Radtour mit seinem Opa kam er zufällig am Weidehof Weil vorbei. Von den süßen Kälbchen, den Kühen und Ochsen, dem Hofhund, den Hühnern und den vielen Katzen war er so begeistert, dass er in den folgenden Tagen immer wieder vorbei schaute. Er hat ganz viel gelernt und am Ende sogar einen langen Bericht über seine Erlebnisse geschrieben, über den sich die Familie Weil sehr gefreut hat.

Zum Beispiel weiß der Viertklässler jetzt, wie Kühe gemolken werden. "Ich hatte meine Gummistiefel angezogen und bin mit der Bäuerin in den Melkstand hinunter gegangen. Auf beiden Seiten hängen dort die Melkmaschinen, die mit einer Leitung verbunden sind. Dann kamen auch schon die Kühe, die sich ganz alleine rückwärts aufgestellt haben. Die Bäuerin hat jede Kuh erst von Hand angemolken, dann das Euter abgewischt und danach die Melkmaschine an die Euter gehängt." Moritz schreibt außerdem übers Heu wenden, über die Störche, die er ganz aus der Nähe beobachten konnte, und über die Geburt eines Kälbchens: "Als ich gestern noch einmal auf den Hof kam, wurde gerade ein Kälbchen geboren. Die Vorderbeine waren schon draußen. Der Bauer hat mich dann noch mitgenommen, um Rundballen aus Heu zu machen. Als wir auf dem Hof zurück waren, war das Kälbchen schon auf der Welt und ich war dabei, als es aufgestanden ist. Das sah sehr goldig aus."

Kein Wunder, dass Moritz richtig wehmütig zumute war, als es ins Rhein-Main-Gebiet zurück ging. "Ich bin ein bisschen traurig, dass ich nicht länger auf dem Dorf bleiben kann", schreibt er. Aber er habe viel gelernt: "Ich weiß jetzt, wie viel Arbeit es macht, jeden Tag frische Milch zu haben und auch all die anderen Dinge, die auf den Feldern wachsen."us/FOTO: PM

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