Workshop und Konzert

Gospel, Blues und Jazz - im Dritten Reich verboten

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Lich(pm). Er war auf den großen Bühnen dieser Welt zu Hause und kam nach der Karriere zurück nach Gießen, wo er auch gesungen und sich wohlgefühlt hatte: der Amerikaner Colenton Freeman - Tenor, Gesangspädagoge und erfahrener Chorleiter. Im Rahmen der Reihe "9. November 1938" kommt Freeman am Sonntag, 1. Dezember, zu einer Veranstaltung des Forums für Völkerverständigung Lich und des Kreisausländerbeirats nach Lich: Es geht um die Musik, mit der er aufgewachsen ist, und um die afro-amerikanische Musik im Dritten Reich in Deutschland.

Während der 1920er Jahre hatte vor allem der Swing Amerika und Europa erobert. Die Hitler-Diktatur verbot alle Unterhaltungsmusik mit afro-amerikanischen Wurzeln als "Negermusik". Weil führende jüdische Musiker in Amerika und in Deutschland dafür sorgten, dass diese Musik auch die weiße Gesellschaft begeisterte, diskriminierte das Regime diese neue Unterhaltungs- und Tanzmusik auch als "dekadent" und "jüdische Musik".

Über eine Musik, die ihre Wurzeln in der Volksmusik der amerikanischen Sklaven und ihrer Nachkommen hat und über das, was der Nationalsozialismus unter "deutscher Volksmusik" verstand, spricht Detmar Hönle in seinem Vortrag am Sonntag um 20 Uhr im Kulturzentrum Bezalel-Synagoge; danach singt ein Gospel- und Blues-Chor unter der Leitung von Colenton Freeman (Eintritt frei).

Wer dabei mitsingen will, ist herzlich eingeladen, um 16 Uhr an gleicher Stelle im kostenlosen Workshop mitzumachen (Anmeldung: E-Mail an d.hoenle@web.de oder Tel. 0 64 04/13 31).

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