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Elke Christ aus Lich hat einen Reiseroman geschrieben.

Gleich zwei Lebensträume erfüllt

Lich (keh). Jeder kennt sie: Die Vorfreude auf eine bevorstehende Reise. Aber auch die damit verbundenden Vorbereitungen. Wo ist nochmal mein Reisepass? Hast du den Adapter eingepackt? Oje, die Wanderschuhe fehlen ja auch noch. So oder so ähnlich startet der Reiseroman »Kanada, wir kommen! Mit zwei Campern durch die Rockies« von Elke Christ aus Lich.

Darin macht sich das Ehepaar Tami und Rüdiger zusammen mit einem befreundeten Geschwisterpaar auf in den Westen Kanadas. Mit zwei Campern begeben sie sich auf eine dreiwöchige Reise von Vancouver über die Rocky Mountains bis nach Calgary in der kanadischen Provinz Alberta - und erleben dabei allerhand Abenteuer.

Der Roman basiert auf der Reise, die Elke Christ 2018 zusammen mit ihrem Mann und zwei Freunden unternahm. Bis auf die Namen der vier Protagonisten hat die Autorin jedoch nur wenig am Erlebten verändert. »Natürlich ist auch ein bisschen dazu erfunden, ein bisschen übertrieben worden. Ist ja klar, es soll ja eine Geschichte sein«, sagt die 54-Jährige. Ihr Buch sei eben ein Reiseroman und kein Reisebericht. Als Hintergrundgeschichte hat sie eingefügt, dass sich die Schwester des mitreisenden Geschwisterpaares in einen Ranger verliebt. »Ein bisschen Liebe muss ja sein«, meint Christ. Außerdem können sich die Leser im letzten Drittel des Buches auf eine Begegnung mit einem Bären freuen. »Um Spannung zu erzeugen«, sagt die Autorin.

Mit der Kanada-Reise hat sich das Ehepaar Christ einen großen Traum erfüllt. Gerade mal eine »Zehntelsekunde« habe es gedauert, bis sie sich entschieden haben mitzufahren, als ihre Freunde nachfragten. »Klar wollen wir!«, lautete die Antwort. Elke Christs persönliches Lieblingserlebnis auf dem Trip war der Besuch des »Hell’s Gate« in British Columbia, wo sich der Fraser River von etwa 50 Metern Breite auf nur 35 verengt. »Das ist schon spektakulär, das war mein Highlight.«

Doch nicht nur mit der Reise selbst hat sich Christ einen Lebenstraum erfüllt, sondern auch mit dem daraus resultierenden Roman. »Es war mein sehnlichster Wunsch, einmal in meinem Leben so ein Werk zu vollbringen«, sagt sie über ihren Debütroman. Das Bedürfnis, irgendwann einmal ein Buch zu schreiben, sei immer schon in ihrem Kopf gewesen. Bereits während der Reise habe sie dann den Entschluss gefasst, das Erlebte in ein Buch zu verpacken. »Endlich hatte ich so viel Stoff, dass ich sagen konnte: Ich mache das jetzt!«

Im Juli 2019 hat die Licherin dann angefangen, ihr Erstlingswerk niederzuschreiben. Pünktlich zum ersten Lockdown, wie sie sagt, war der Roman dann fertig. Christs Cousine, die selbst einen Verlag besitzt, kümmerte sich um das Layout. Herausgegeben wurde »Kanada, wir kommen!« jedoch im Selbstverlag. »Ich wollte alles alleine machen«, erläutert die Autorin. Auch das Cover des Buches hat sie nach ihren eigenen Vorstellungen von einer Künstlerin gestalten lassen.

Reich werden möchte Elke Christ mit ihrem Debütroman jedoch nicht. »Ich wollte mir damit einfach einen Lebenstraum erfüllen und Menschen an der traumhaften Reise teilhaben lassen.« Die 54-Jährige bezeichnet ihr Werk sogar als Minusgeschäft - das Geld, was sie darin investiert habe, könne sie nicht wieder reinholen. Da sie sich damit aber einen Traum erfüllt habe, kann sie dies verschmerzen.

Außerdem sei das Buch bislang gut verkauft worden, obwohl Lesungen und andere Werbemaßnahmen pandemiebedingt ins Wasser fielen. Neben dem Verkauf von zu Hause aus bietet Christ ihr Buch auch bei einem Frisör in Grünberg an. »Schön wäre es, wenn ein Buchladen auf mich zukommen würde«, wünscht sie sich dennoch.

Positive Resonanz von Lesern

Die Resonanz sei bislang durchweg positiv gewesen. Insbesondere Christs Arbeitskollegen zeigten sich begeistert von ihrem Erstlingswerk. »Das ist, als ob man auf der Rückbank des Campers sitzt und dabei ist«, loben sie die detailgetreue Schilderung der Reiseerlebnisse. Für dieses Jahr war eigentlich ein Trip in den kanadischen Osten geplant, doch auch dieser fällt aufgrund der Pandemie aus. Elke Christ aber tröstet sich damit, dass ihr Wunsch, ein Buch zu schreiben, wahr geworden ist. »Jetzt habe ich es geschafft«, resümiert sie.

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