Kleiner Pfeil, große Wirkung: Radfahrer müssen an dieser roten Ampel in der Kolnhäuser Straße nicht mehr auf Grün warten, um nach rechts in die Altstadt abbiegen zu können.	FOTO: ADFC
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Kleiner Pfeil, große Wirkung: Radfahrer müssen an dieser roten Ampel in der Kolnhäuser Straße nicht mehr auf Grün warten, um nach rechts in die Altstadt abbiegen zu können. FOTO: ADFC

Verkehr

Novum im Kreis Gießen: Grünpfeil erlaubt Radlern in Lich, bei Rot abzubiegen

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In Lich wurde an einer Ampel jetzt ein Grünpfeil für Radfahrer installiert. Es ist der erste seiner Art im Landkreis Gießen – wenn es nach dem ADFC geht aber nicht der setzte.

Lich – Wer mit dem Fahrrad aus der Kolnhäuser Straße in die Licher Altstadt abbiegen möchte, muss an der roten Ampel nicht mehr auf Grün warten. Durch ein neues Schild wird das Rechtsabbiegen bei Rot für den Radverkehr erlaubt. Die Straßenverkehrsbehörde setzt damit eine Neuerung um, die bereits im April 2020 in die bundeseinheitliche Straßenverkehrsordnung (StVO) aufgenommen wurde. Seitdem kann das ursprünglich aus der DDR übernommene Grünpfeil-Schild allein für den Radverkehr beschildert werden. Die Neuerung ist eine von vielen Maßnahmen von Bund und Ländern, um das Radfahren in Deutschland zu fördern und die Klimaschutzziele auch im Verkehr zu erreichen.

Grünpfeil für Radler in Lich (Kreis Gießen): Kein Freibrief

Seit Jahren gibt es das Rechtsabbiegen bei roter Ampel für Radfahrende in Frankreich, der Schweiz und einigen Bundesstaaten der USA. Dort hat es sich bewährt, denn im Gegensatz zum Grünpfeil-Schild für Autofahrer gibt es beim Grünpfeil nur für Radfahrer keine besonderen Gefährdungen und Behinderungen für Fußgänger.

Völlig freie Fahrt bedeutet das Schild allerdings nicht: Die StVO schreibt vor, dass vor dem Abbiegen gestoppt werden muss und dass allen anderen Verkehrsteilnehmern - also insbesondere Autofahrern und querenden Fußgängern - Vorfahrt gewährt werden muss. »Man muss sich also ein Stoppschild und einen Zebrastreifen an der Stelle vorstellen, damit man sich beim Abbiegen richtig verhält«, so Jan Fleischhauer vom Kreisvorstand des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC). Die neue Regelung wurde auf eine Anregung aus der Licher Bürgerschaft eingeführt und traf bei der jüngsten Verkehrsschau die ungeteilte Zustimmung bei den Straßenverkehrsbehörden von Stadt und Landkreis sowie bei Hessen Mobil, Polizei, ADFC und ADAC. Der ADFC hätte sich gewünscht, dass in Deutschland, wie in anderen Ländern, keine Pflicht zum Stoppen mit dem Schild verbunden ist. Damit hat er sich beim Bundesverkehrsministerium aber bisher nicht durchsetzen können, sodass derzeit ein Bußgeld von 35 Euro droht, wenn die Räder nicht kurz zum Stehen kommen, bevor nach rechts abgebogen wird. Der ADFC appelliert daher an alle Radler, die Stopp-Regel auch dann einzuhalten, wenn keine Fußgänger queren und kein Auto von links kommt.

Grünpfeil für Radfahrer: Auch eine Alternative für die Stadt Gießen?

Die Ampel in Lich ist laut ADFC die erste Ampel im Landkreis Gießen, wo der Grünpfeil für Radfahrer eingeführt wurde. Nicht jede Ampel eignet sich für das Schild, so darf es beispielsweise nicht verwendet werden, wenn für den entgegenkommenden Linksabbieger ein leuchtender grüner Pfeil in der Ampel gezeigt wird oder es nach rechts weisende, leuchtende Pfeile in der Ampel gibt.

Gerade in der Stadt Gießen gibt es aber nach Ansicht des ADFC viele Ampeln, wo diese Grünpfeil-Regelung eingeführt werden kann. Ein entsprechender Antrag wurde im Juni auf Antrag der Koalitionsfraktionen auch einstimmig für 19 Ampeln beschlossen. Die Umsetzung steht aber noch aus, so dass die Stadt Lich wohl noch einige Zeit fahrradfreundliche Vorreiterin im Gießener Land bleiben wird. (pm)

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