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»Wem gehört mein Dorf?« (Szenenbild) ist ein persönlicher Film über das Wesen der Demokratie.

Gewissensfrage: »Wem gehört mein Dorf?«

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Lich (pm/ik). Ein persönlicher Film über das Wesen der Demokratie zwischen weißer Bäderarchitektur und sanftem Meeresrauschen feiert Hessen-Premiere in Lich: Die 96-Minuten-Doku »Wem gehört mein Dorf?« läuft am Sonntag, 15. August, um 12 Uhr im Kino »Traumstern«. Regisseur Christoph Eder wird vor Ort sein und im Anschluss an die Vorführung für ein Filmgespräch zur Verfügung stehen.

Im Ostseebad Göhren auf Rügen, dem Heimatdorf des Filmemachers, streiten die Einwohner über die Zukunft des beliebten Urlaubsortes. Den Gemeinderat dominiert seit Jahren eine Gruppe von vier Männern, die für Wachstum und Investitionen steht. Im Dorf nennt man sie die »Vier von der Stange«, weil sie stets die Projekte von Großinvestor W. Horst unterstützen.

Was Veränderung im Kleinen bewirkt

Der Multimillionär aus Nordrhein-Westfalen hat seit der Wende so viele Hotels und Ferienhäuser gebaut wie kein anderer. Er kaufte zahlreiche Immobilien und Grundstücke und baute vor allem Hotels oder Ferienwohnungen.

Als Horst ein Bauvorhaben im Naturschutzgebiet plant, gehen die Aktivistin Nadine und ihr Vater Bernd dagegen vor. Schnell merken sie, dass sie nur eine Chance haben, die malerische Landschaft ihrer Heimat zu schützen: Indem sie bei der anstehenden Kommunalwahl mit Gleichgesinnten antreten und die Mehrheit im Gemeinderat erringen. Schaffen sie es, sich gegen die Mächtigen zu stellen und ihr Dorf in eine andere Zukunft zu führen?

In »Wem gehört mein Dorf?« zeigt Regisseur Eder, dass politische Mitbestimmung nirgendwo so unmittelbar ist wie in der Lokalpolitik. Im Mikrokosmos des Ostseebads und seiner Bewohner werden Themen verhandelt, die weltumspannend Brisanz haben und kapitalistische Interessen gegen das Gemeinwohl stellen: Ausverkauf der Kommunen, Gentrifizierung, Strukturwandel, Turbo-Tourismus, Naturschutz. Der Film zeigt, dass Veränderung im Kleinen beginnen und dabei große Wellen schlagen kann.

Der Dokumentarfilm läuft am Sonntag um 12 Uhr sowie am Dienstag und Mittwoch (17./18. August) jeweils um 16.30 Uhr. Eintrittskarten können unter Telefon 0 64 04/38 10 reserviert werden.

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