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Ursula Simonsen vor "Italienischen Impressionen II".

In Gesangbücher gemalt

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Lich (kjg). Mit Leidenschaft, Begeisterung und Liebe male sie ihre Aquaralle. Das sagte Ursula Simonsen anlässlich ihrer Ausstellungseröffnung im Eberstädter Dorfladen vor zahlreichen Besuchern. In der Bilderschau zeigt sie Aquarelle, die in unterschiedlichen Techniken entstanden sind.

Die beiden Bilder "Italienische Impressionen" waren etwas Besonderes. Sie waren in Nasstechnik entstanden, bei der zunächst das Papier angefeuchtet und anschließend die Farbe aufgetragen wird. Danach wurde das Bild mit Moorlauge überzogen. Heraus kamen zwei Aquarelle mit einem wundervollen, stimmungsvollen Himmel im Hintergrund, Kirchen und Gebäuden mit eindrucksvoller Darstellung und Zeichnung der Konturen und Schatten. Das beabsichtigte Ineinanderverlaufen der Farben macht die Bilder spannend und reizvoll.

Monika Hegen vom Dorfladen stellte die Künstlerin, Jahrgang 1943, vor. Angefangen habe es mit der Flucht gemeinsam mit ihrer Mutter aus Karlsbad, als sie nur 60 Kilogramm Gepäck mitnehmen durften, aber Großvaters Gemälde dabei war. Die Kunst war und ist dieser Familie wichtig. Am Ende ihrer Flucht seien beide in Freienseen angekommen, sagte Hegen. Weil es kein Papier gegeben habe, sei Ursula in die Kirche gegangen und habe Bildchen in die Gesangbücher gemalt.

Ursula Simonsen war Ergotherapeutin, bei Amnesty International engagiert und Vorstand im Förderverein in Laubach. 1979 zog sie von Freienseen nach Laubach, belegte einen Aquarellkurs bei ihrem Mann Dr. Klaus Simonsen und wurde Mitglied der "Bunten Palette Kloster Arnsburg". Dort setzte sie sich weiter mit diffizilen und schwierigen Techniken auseinander, um ihre Kunst der Aquarellmalerei und des Ineinanderlaufens und Verschwimmens von Farben zu perfekti-onieren. 1991 hat sie den Kulturpreis der Stadt Laubach erhalten. Seit 2002 gibt sie Untericht im Aquarell-Malen an der Friedrich-Magnus-Schule Laubach.

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