+
Protest gegen das Logistikzentrum an der Langsdorfer Höhe.

Bürgerbefragung gefordert

Geplantes Logistikzentrum in Lich: Die Woche der Entscheidung?

  • schließen

Die Bürgerinitiativen zum Logistikzentrum auf der "Langsdorfer Höhe" halten Bürgerbeteiligung für den richtigen Weg. In einer Pressemitteilung appellieren sie an die Stadtverordneten, den Weg für eine Bürgerbefragung frei zu machen. Der Vorstand des Vereins "Lich erleben" plädiert derweil für einen Runden Tisch.

Die kommende Woche könnte entscheidend werden für das hoch umstrittene Projekt. Am Montag, dem 23. September, berät der Bauausschuss über den Satzungsbeschluss des Bebauungsplans "Langsdorfer Höhe"; die endgültige Entscheidung obliegt dem Stadtparlament, das am Mittwoch, dem 25. September, tagt. Mit dem Satzungsbeschluss, genauer gesagt: mit seiner Veröffentlichung, würde der Bebauungsplan rechtskräftig. Der Investor könnte das umstrittene Logistikzentrum bauen, sobald sein Bauantrag genehmigt ist. Bevor das Parlament am Mittwoch über den Satzungsbeschluss abstimmt, steht jedoch zunächst die Entscheidung über eine Bürgerbefragung auf der Tagesordnung. Den Antrag hat die SPD eingebracht.

Die Bürgerinitiativen vertreten den Standpunkt, dass die Dimensionen und die Folgen des Logistikzentrums erst seit wenigen Wochen erkennbar seien. Ihre wesentlichen Kritikpunkte sind die Ausmaße der Halle, der zusätzliche Verkehr auf der ohnehin schon stark belasteten B 457 und die befürchteten zusätzlichen Verkehrsströme im Bereich der Kolnhäuser und der Gießener Straße. Zudem warnen sie vor Gefahren für Gesundheit und Umwelt.

"Die Bürgerinitiativen begrüßen, dass die Stadtverordneten in ihrer nächsten Sitzung über die Durchführung einer Bürgerbefragung diskutieren und entscheiden werden. Und sie bitten die Stadtverordneten, den Bürgerinnen und Bürgern Gelegenheit zu geben, ihre Meinung zum Logistikzentrum zu äußern", heißt es in der von Martin Seifert unterzeichneten Pressemitteilung. Man sei sich bewusst, dass die Entscheidung für oder gegen das Projekt auch finanzielle Auswirkungen haben werde. Aber eine Ablehnung des Logistikzentrums werde den Bau einer weiteren Kita oder auch andere Leistungen der Stadt nicht gefährden. Die Nachfrage nach Gewerbeflächen ist nach Ansicht der Bürgerinitiativen groß. Anders als Bürgermeister Klein, der aus finanziellen Gründen eine Bebauung der Langsdorfer Höhe nur mit einem Großinvestor für realistisch erachtet, halten die BI eine kleinteiligere gewerbliche Nutzung der "Langsdorfer Höhe" für möglich. Unter anderem ziehen sie den Bau einer Solaranlage in Betracht. "Natürlich wäre es besser gewesen, wenn die kritische Diskussion viel früher begonnen hätte", heißt es in der Pressemitteilung. Aber dass die Bürgerinnen und Bürger erst vor wenigen Wochen auf die wirklichen Probleme aufmerksam gemacht worden seien, dürfe doch nicht zur Folge haben, dass ihre Meinung nicht mehr gefragt ist.

Der Verein "Lich erleben" hat sich ebenfalls in einer Pressemitteilung zur "Langsdorfer Höhe" geäußert. Er warnt davor, die Entscheidung über das Logistikzentrum am kommenden Mittwoch zu fällen. Vielmehr sollten die "städtischen Entscheider" an einen Runden Tisch kommen, um die Diskussion auf eine Sachebene zurück zu führen. "Lich erleben e.V." weist darauf hin, dass in der Sondersitzung etwa 20 Prozent der Stadtverordneten abwesend sein werden und deshalb nicht abstimmen können. " Entscheidungen, die generationsübergreifend von Bedeutung sind, dürfen nicht unter Zeitdruck erfolgen und brauchen die Einbindung aller", findet der Vorstand. Dafür gebe es die regulären Sitzungstermine, die ein Jahr im Voraus festgelegt seien. In der jetzigen Situation gelte es, einen fraktionsübergreifenden Weg für Lich zu finden. "Aussöhnende Vermittlung mit allen Beteiligten führt zu einer gemeinsamen Lösung": So wirbt Vorsitzender Eric Werner-Korall für einen Runden Tisch.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare