Lichs Bürgermeister Julien Neubert (l.) zusammen mit den Vertretern des Naturschutzvereins Muschenheim und der Naturschutzkönigin Elen Schneider. FOTO: PM
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Lichs Bürgermeister Julien Neubert (l.) zusammen mit den Vertretern des Naturschutzvereins Muschenheim und der Naturschutzkönigin Elen Schneider. FOTO: PM

Ein gelbes Band heißt: Pflück mich!

  • vonred Redaktion
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Lich(pm). So schön der Herbst auch sein kann, so traurig sind manche Bilder, die sich momentan vereinzelt auf den Streuobstwiesen auftun. Während einerseits im Supermarkt Äpfel aus Neuseeland oder Chile auf den Kauf warten, verfaulen die Früchte hierzulande immer wieder.

Diese Gemengelage hat Lichs Bürgermeister Julien Neubert nun auf eine Idee gebracht, die schon in anderen Bundesländern erfolgreich praktiziert wird. Gelbe Bänder an Obstbäumen signalisieren, dass hier Früchte von jedermann geerntet werden können. Gemeinsam mit dem Naturschutzverein Muschenheim startet die Stadt Lich erstmals diese Aktion.

"Mit diesem Projekt möchten wir uns für einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln und eine sinnvolle Verwertung von Obst einsetzen, das sonst an oder unter Bäumen verfaulen würde", sagt Karl-Georg Opper, Vorsitzender des Naturschutzvereins.

Ernte nur für private Verwendung

Es ist keine neue, aber eine durchaus nachahmenswerte Idee, findet Bürgermeister Neubert. Der Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg hat vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft dafür vor Kurzem den Bundespreis "Zu gut für die Tonne" erhalten.

Die Ausführung des Projektes ist einfach. Obstbäume auf Streuobstwiesen, Flurbereinigungsflächen oder an Straßen, deren Eigentümer Äpfel, Birnen oder Zwetschgen nicht selbst ernten und verwerten können, werden mit einem um den Stamm gebundenen gelben Band markiert. Das heißt: Hier darf geerntet werden. Die Ernte erfolgt auf eigene Verantwortung und ist nur für die private, nicht aber für die kommerzielle Verwertung gedacht.

Die benötigten gelben Markierungsbänder aus reißfestem Papier, die nach einem bis zwei Jahren verwittern, werden von der Stadt zur Verfügung gestellt.

Wer Bäume zum Abernten zur Verfügung stellen möchte, kann sich die gelben Bänder zu den jeweiligen Öffnungszeiten im Bürgerbüro der Stadt Lich (Kirchenplatz 12) oder beim Naturschutzverein in Muschenheim abholen.

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