Roswitha Müller, Karin Römer sowie Annegret und Manfred Knabe erhalten den Landesehrenbrief. Bürgermeister Neubert, der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Elmar Sandhofen und Landrätin Schneider gratulieren auf Abstand. FOTO: US
+
Roswitha Müller, Karin Römer sowie Annegret und Manfred Knabe erhalten den Landesehrenbrief. Bürgermeister Neubert, der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Elmar Sandhofen und Landrätin Schneider gratulieren auf Abstand. FOTO: US

"Es geht nur gemeinsam"

  • Ursula Sommerlad
    vonUrsula Sommerlad
    schließen

Lich(us). Es läuft ganz gut momentan für Karin Römer. Jüngst konnte sich die Ortsvorsteherin von Ober-Bessingen über den dritten Platz beim Hessischen Denkmalschutzpreis für die Sanierung der prägnanten "Pforte" freuen. Wenige Tage später nahm sie aus den Händen von Landrätin Anita Schneider den Landesehrenbrief entgegen. Mit Römer wurden in der Sport- und Kulturhalle Muschenheim zwei weitere Frauen und ein Mann aus der Großgemeinde Lich ausgezeichnet, die sich seit vielen Jahren auf vielfältige Weise ehrenamtlich engagieren.

Karin Römer ist nicht nur seit 2011 Ortsvorsteherin von Ober-Bessingen, sondern auch Gründungsmitglied und Sprecherin der Eichbaumgruppe, die bei zahlreichen Veranstaltungen in den vergangenen drei Jahrzehnten 30 000 Euro für soziale Zwecke gesammelt hat. Die Weihnachtsbeleuchtung der Pforte, der beliebte Krippenweg und der Ober-Bessinger Seniorennachmittag sind ebenfalls das Werk der Eichbaumgruppe, wie die Landrätin betonte. Der Einsatz Römers für die Stadt und "ihren Stadtteil" Ober-Bessingen sei unglaublich, lobte Schneider, und Bürgermeister Dr. Julien Neubert griff zu einem ungewöhnlichen Vergleich: "Was die Queen für England ist, bist du für Ober-Bessingen." Und wie die Queen steht auch Karin Römer nicht alleine da. Ihre ganze Familie ist so aktiv.

Ebenfalls mit dem Ehrenbrief ausgezeichnet wurde Roswitha Müller. Sie sitzt seit 2011 in der Licher Stadtverordnetenversammlung und ist seit 2007 Schriftführerin des CDU-Stadtverbands, hat aber jenseits der Politik noch weitere Betätigungsfelder. "Die Menschen, die Politik gestalten, machen auch noch viele andere Dinge", unterstrich die Landrätin. Müller sei dafür ein gutes Beispiel. Sie arbeitet seit 2008 für den Förderverein der Stadtbibliothek Lich als Schatzmeisterin und war in gleicher Funktion von 2010 bis 2017 für den Förderverein für Städtepartnerschaften Lich tätig.

Ellenlang ist die Liste der Ehrenämter von Annegret Knabe. Mit ihrem Mann Manfred, der ebenfalls einen Ehrenbrief erhielt, teilt sie viele Hobbys, vor allem aber das Wandern. Viele Jahre lang, bis 2019, prägten die Eheleute die Aktivitäten des VHC Lich in verschiedenen Funktionen, und auch der Gesamt-VHC konnte auf den Einsatz der beiden zählen, nicht zuletzt bei der Pflege der Wanderwege. Als sie sich im vergangenen Jahr aus der Vorstandsarbeit beim VHC Lich verabschiedeten, hinterließen sie eine große Lücke, wie Bürgermeister Neubert betonte.

Die Knabes haben nicht immer in Lich gelebt. "Wir sind Kreisbürger", betont Manfred Knabe. Auch an ihren früheren Wohnorten Großen-Buseck und Odenhausen/Lumda haben die beiden Spuren hinterlassen. Manfred Knabe engagierte sich in Großen-Buseck im Ortsbeirat, in der DLRG und im Vogelschutzverein. Der Ornithologie blieb er auch in Odenhausen treu. Zudem unterstützte er die Grünberger Tafel und die katholische Kirchengemeinde Lich als Fahrer. Er gehört dem Licher Seniorenbeirat an und saß zwölf Jahre lang als stellvertretendes Mitglied für seine Ehefrau im Naturschutzbeirat des Landkreises Gießen. Annegret Knabe hatte jahrzehntelang Ämter im Vorstand der Kreis-CDU, der CDU-Frauenunion und der CDU-Mittelstandsvereinigung inne. Auch sie saß im Ortsbeirat Großen-Buseck und half bei der Busecker DLRG. Lange Zeit legte sie einen Schwerpunkt auf die Jugendarbeit. 1982 begründete sie den Verein Ökumenische Jugendarbeit Großen-Buseck, sie machte sich für die Einstellung eines Jugendpflegers in Buseck stark und brachte sich bei der Organisation der Ferienspiele ein.

Als Mitglied des Kreisjugendrings gehörte sie 1995 zum Organisationsteam des beliebten Festivals "Bring Anna mit". Annegret Knabe nutzte den Anlass für eine Mahnung. Leider lasse das ehrenamtliche Engagement nach. "Immer mehr Vereine finden keinen Vorstand mehr." Und auch Karin Römer appellierte: "Es geht nur gemeinsam."

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare